Konjunktur
Österreich bekommt Krise zu spüren

Die weltweite Wirtschaftskrise trifft jetzt auch das stabile Österreich immer stärker. Nach den neuesten Berechnungen der beiden führenden österreichischen Wirtschaftsfor-schungsinstitute wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr ungefähr um 2,5 Prozent schrumpfen. Zu Jahresbeginn hatten die Institute Wifo und IHS noch ein Minus von ungefähr einem Prozent vorhergesagt.

WIEN. "Österreich steckt in einer schweren Rezession", sagte Wifo-Chef Karl Aiginger am Freitag in Wien. Die starke Exportabhängigkeit der kleinen Alpenrepublik - insbesondere nach Deutschland - schlage sich jetzt immer stärker nieder. Österreich stehe aber immer noch besser da als der Rest Europas, für den das Wifo einen Rückgang des BIP in diesem Jahr von etwa drei Prozent erwartet.

Die österreichische Wirtschaft entwickle sich wegen ihrer starken Bindung nach Osteuropa etwas besser als beispielsweise Deutschland. Nachbarstaaten wie Ungarn und Tschechien hätten zwar auch ihre wirtschaftlichen Probleme, das Minus dort falle aber niedriger aus als in Westeuropa. Österreich sollte auch von seiner starken Position im Tourismus profitieren. Fern- und Langstreckenreisen würden sicherlich zu den Verlierern der Krise gehören, nahe europäische Ziele wie Österreich würden aber profitieren.

Eine Verbesserung der Situation erwarten die österreichischen Wirtschaftsforscher erst im nächsten Jahr. Vom zweiten Quartal 2010 an werde das BIP der Alpenrepublik wieder leicht zulegen. Wegen dieser langsamen Besserung werde die Arbeitslosigkeit nicht nur 2009, sondern auch 2010 ansteigen. Von 5,8 Prozent im vergangenen Jahr werde die Arbeitslosenquote 2009 auf 7,3 Prozent klettern, 2010 liege der Wert bei 8,2 Prozent. "Die Arbeitslosigkeit wird wieder zu einem wichtigen politischen Problem", warnte Aiginger. Eine schnelle Rückkehr zu hohen Wachstumsraten sei nicht zu erwarten.

Vor allen aufgrund der verschiedenen Konjunkturprogramme wird das Haushaltsdefizit des österreichischen Staates in diesem Jahr eine BIP-Quote von 3,5 Prozent erreichen, 2008 hatte die Regierung in Wien einen ausgeglichenen Haushalt geschafft. 2010 wird das öffentliche Defizit nach den Berechnungen der Wirtschaftsforscher bei vier Prozent liegen.

Stefan Menzel ist beim Handelsblatt der Spezialist für die Automobilbranche.
Stefan Menzel
Handelsblatt / Korrespondent Automobilindustrie
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