Konjunktur
Preise in der Eurozone sinken so stark wie nie

Für Hersteller und Händler möglicherweise ein Graus, für Europas Verbraucher eine gute Nachricht: Die Preise in der Euro-Zone sind im Juli stärker als erwartet gefallen. Binnen Jahresfrist verbilligte sich die Lebenshaltung in den 16 Euro-Ländern um 0,7 Prozent.
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HB BRÜSSEL. Das ist nach Angaben des Statistikamts Eurostat der stärkste Rückgang in der zehnjährigen Geschichte der Währungsunion. Er fiel größer als in einer ersten Schätzung mit 0,6 Prozent angenommen. Auch zum Vormonat fielen die Verbraucherpreise um 0,7 Prozent.

Wichtigster Grund für den Preisverfall ist billigere Energie: Diese herausgerechnet verteuerte sich die Lebenshaltung um ein Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr kostete Energie 14,4 Prozent weniger, binnen Monatsfrist waren Treibstoffe, Gas und andere Energieträger 1,8 Prozent günstiger zu haben. Auch die Lebensmittelpreise gaben nach. Deutlich teurer als vor Jahresfrist waren dagegen Alkohol und Tabak.

Über besonders starke Preisnachlässe konnten sich die Verbraucher in Irland freuen, wo sich die Lebenshaltung seit Juli 2008 um 2,6 Prozent verbilligte. In Belgien gaben die Preise 1,7 Prozent nach, in Deutschland um 0,7 Prozent. Teurer wurde es dagegen in Finnland mit plus 1,2 Prozent und in Malta mit plus 0,8 Prozent.

Im Juni waren die Lebenshaltungskosten um 0,1 Prozent und damit erstmals in der zehnjährigen Geschichte der Währungsunion gesunken. Im Sommer 2008 hatte die Jahresteuerung noch auf dem Rekordhoch von 4,0 Prozent gelegen, bevor die Rohstoffpreise im Zuge der Weltwirtschaftskrise einbrachen und der Teuerungsdruck allgemein stark nachließ.

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