Konjunktur
RWI glaubt an Deutschlands Stärke

Die vielen Nachrichten um die Probleme des Euro und auch die schwächere Weltkonjunktur halten die Wirtschaftsforscher des RWI nicht davon ab, Deutschlands Wachstumsprognose auf 1,1 Prozent zu erhöhen.
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BerlinTrotz Euro-Krise und schwächerer Weltwirtschaft haben die Forscher des Essener RWI ihre Wachstumsprognose nach oben geschraubt. Sie erwarten, dass die deutsche Wirtschaft um 1,1 Prozent zulegen wird. Im März hatte das vom Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt geleitete Institut lediglich 1,0 Prozent veranschlagt.

„Treibende Kraft der deutschen Konjunktur wird in diesem und im kommenden Jahr voraussichtlich die Binnennachfrage sein“, sagte RWI-Konjunkturchef Roland Döhrn. Insbesondere die Bauinvestitionen und der private Konsum dürften kräftig ausgeweitet werden. Nächstes Jahr soll sich das Wachstum fast verdoppeln und auf 2,0 Prozent anziehen.

„Dann dürften die weiterhin niedrigen Zinsen die deutsche Wirtschaft verstärkt stimulieren“, betonte Döhrn. Für das zweite Quartal 2012 zeichne sich zwar eine geringere Zunahme des Bruttoinlandsproduktes ab. Im Rest des Jahres dürften niedrige Zinsen und steigende Einkommen jedoch dafür sorgen, dass die gesamtwirtschaftliche Produktion etwas stärker anzieht.

Entspannung zeichnet sich laut RWI auch bei der Inflation: Mit der schwächeren Konjunktur und rückläufigen Rohstoffkosten dürfte sich auch der Preisauftrieb verlangsamen. Im Jahresschnitt 2012 erwartet das RWI einen Anstieg der Verbraucherpreise um 1,9 Prozent. Damit würde bereits in diesem Jahr die von der Europäischen Zentralbank (EZB) gesetzte Stabilitätsgrenze von knapp unter zwei Prozent wieder eingehalten. 2013 soll die Inflationsrate sogar auf 1,7 Prozent fallen.

Auch die Lage der öffentlichen Finanzen wird sich laut RWI weiter aufhellen: Die Defizitquote dürfte auf 0,3 Prozent in diesem Jahr sinken. 2013 wird nach Einschätzung des RWI ein ausgeglichener Haushalt erreicht werden. „Allerdings gehen insbesondere von anhaltenden Turbulenzen im Euro-Raum und einer verlangsamten Konjunktur im asiatischen Raum beachtliche Risiken aus“, fügte Döhrn an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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