Konjunktur
Schwellenländer stützen die Weltwirtschaft

Die Konjunktur wird durch die Krise an den Immobilien- und Finanzmärkten belastet. Experten erwarten aber keine schwere Rezession in den USA. Gefahren drohen durch die steigenden Lebensmittel- und Energiepreise.

DÜSSELDORF. Die Weltkonjunktur wird nach Einschätzung der am Frühjahrsgutachten beteiligten Institute 2008 zwar an Fahrt verlieren, sich danach aber wieder leicht erholen. Trotz der „gegenwärtig beträchtlichen“ Belastungen durch die Immobilien- und Finanzmarktkrisen rechnen sie nicht mit einer schweren Rezession in den USA und deshalb „auch nicht mit einem konjunkturellen Einbruch der Weltwirtschaft“. Diese wird nach den Prognosen des Gutachtens 2008 mit 2,7 Prozent um fast einen Prozentpunkt langsamer wachsen als 2007. Insbesondere für die USA ist das Gutachten deutlich optimistischer als der Internationale Währungsfonds (IWF).

Ihre Hoffnungen knüpfen die Institute an die „sehr günstige Verfassung der Unternehmen“ außerhalb des Finanzsektors, an Impulse durch die US-Zins- und Wirtschaftspolitik und die Wachstumsdynamik in den Schwellenländern. Deren Produktionsanstieg werde zwar gedämpft, bleibe aber „beachtlich“. Für alle Schwellenländer – ihr Bruttoinlandsprodukt stieg 2007 um 7,8 Prozent – lauten die Wachstumsprognosen 6,5 Prozent in 2008 und 6,1 Prozent in 2009.

Allerdings räumen die Institute ein, dass die binnenwirtschaftliche Dynamik dieser Länder als „stabilisierender Faktor für die Weltwirtschaft“ durch einen weiteren starken Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise und damit verbundene soziale Spannungen gefährdet sein könne. Zudem sei „schwer abzuschätzen“, welche Folgen der US-Nachfrageausfall für die Produktion in den Schwellenländern habe. Eine ausgeprägte Rezession in den USA mit negativen Folgen für den Rest der Welt sei zu befürchten, sollte es zu weiteren Liquiditätskrisen großer Finanzinstitute kommen und sollten sich die Finanzierungsbedingungen gravierend verschlechtern.

Laut US-Notenbank hat sich die Wirtschaftslage in den USA im März und Anfang April weiter eingetrübt. Grund seien schwächere Konsumausgaben, höhere Kosten für die Unternehmen und eine rigidere Kreditvergabe, schreibt die Fed in ihrem „Beige Book“. Die deutschen Institute erwarten, dass die US-Notenbank ihren Leitzins bis zum Sommer nochmals leicht um 25 Basispunkte auf zwei Prozent senken wird.

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