Konjunktur
Umsatz beim Großhandel bricht ein

Der deutsche Großhandel hat im Februar den stärksten Umsatzeinbruch seit mehr als 16 Jahren erlitten. Die Unternehmen hatten preisbereinigt (real) 12,2 Prozent weniger in den Kassen als vor einem Jahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

HB BERLIN. „Das ist der größte Rückgang seit Januar 1993“, sagte ein Statistiker der Nachrichtengentur Reuters. Allerdings zählte der Februar diesmal einen Verkaufstag weniger als vor Jahresfrist.

Für die deutsche Wirtschaft ist der Umsatzeinbruch eine schlechte Nachricht: Für die kommenden Monate sei nicht mit einer Trendwende der konjunkturellen Lage zu erwarten, sagte Anton Börner, Präsident des Branchenverbandes BGA. Verglichen mit dem Vormonat nahmen die Großhändler - bereinigt um die Zahl unterschiedlicher Arbeitstage und saisonale Schwankungen - 1,1 Prozent weniger ein. Das war bereits das fünfte Minus in Folge.

In der derzeitigen schwierigen Zeit zehrten die Firmen von der Vorsorge, die in den vergangenen Jahren getroffen worden sei, sagte Börner. „Dies ermöglicht den meisten Firmen, die jetzige Situation eine Weile zu überstehen.“

Besonders schlecht lief es nach Angaben der Statistiker im Großhandel mit Rohstoffen, Halbwaren und Maschinen, der ein Frühindikator für die Industrieproduktion ist. Hier setzten die Firmen real 14,3 Prozent weniger um als im Vorjahr. Aber auch das Geschäft mit Konsumgütern lief schlechter, hier lag das Umsatzminus bei 9,5 Prozent.

Allein die Händler von Vieh und landwirtschaftlichen Grundstoffen setzten real mehr um, wenngleich sie nominal weniger Erlöse erzielten. Dabei profitierten sie von den kräftigen Preisrückgängen des vergangenen Jahres.

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