Konjunktur
US-Abwrackprämie stützt Konsum

Dank der staatlichen Abwrackprämie haben die US-Amerikaner im Juli mehr Geld ausgegeben. Aber auch die Einnahmen der privaten Haushalte blieben überraschend stabil. Das Vertrauen der Verbraucher ist dagegen im August erneut gesunken.
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HB WASHINGTON. Die Konsumausgaben stiegen um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Experten hatten mit einem Plus in dieser Höhe gerechnet. Allerdings verlangsamte sich der Anstieg etwas. Im Juni lag der Zuwachs noch bei revidiert 0,6 Prozent. Die US-Regierung stellte insgesamt drei Milliarden Dollar im Rahmen ihres "Cash for Clunkers"-Programms, zu deutsch "Bargeld für Rostlauben", bereit. Das Geld war bereits nach einem Monat aufgebraucht.

Die Einnahmen der privaten Haushalte veränderten sich im Juli laut Handelsministerium nicht. Im Vormonat waren die Einnahmen noch um revidierte 1,1 Prozent gesunken. Volkswirte hatten nun einen Anstieg um 0,2 Prozent erwartet. Die Ausgabe der privaten Haushalte stiegen unterdessen wie erwartet um 0,2 Prozent.

Der Verbraucherpreisindex PCE blieb im Juli zum Vormonat ebenfalls unverändert. Der Kernindex ohne Lebensmittel und Energie erhöhte sich um 0,1 Prozent. Auf Jahressicht lagen die Raten bei minus 0,8 Prozent (Gesamt) und plus 1,4 Prozent (Kern).

Das Vertrauen der US-Verbraucher in die wirtschaftliche Entwicklung ihres Landes hat sich im August nur leicht eingetrübt. Der entsprechende Index von Reuters und der Universität Michigan fiel nach endgültigen Berechnungen vom Freitag auf 65,7 Punkte von 66,0 Zählern im Vormonat und damit auf den niedrigsten Stand seit April. Volkswirte hatten jedoch im Schnitt mit einem noch stärkeren Rückgang auf 64,5 Punkte gerechnet.

Die Umfrageteilnehmer schätzten die Aussichten für die Wirtschaft gegen Monatsende hin zunehmend besser ein. Ihre eigene finanzielle Lage bewerteten sie jedoch so schlecht ein wie nie zuvor seit Umfragebeginn im Jahr 1946.

Der von Anlegern und Volkswirten stark beachtete Index gilt als wichtiges Konjunkturbarometer, das die Stimmung und das Kaufverhalten der US-Verbraucher im Voraus anzeigt. Die Konsumausgaben machen rund zwei Drittel der Wirtschaftsleistung der USA aus.

Die Stimmung der US-Verbraucher ist laut Postbank trotz des deutlich nach oben revidierten Konsumklimas der Uni Michigan immer noch schlecht. Der Durchschnittswert des Index für die letzten zehn Jahre liege bei rund 87 Punkten, heiß es in einer Studie vom Freitag. Derzeit liegt das Konsumklima mit 65,7 Punkten klar unter diesem Wert. "Eine Rückkehr in diese Regionen wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen", unterstreicht das Bankhaus.

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