Konjunktur
US-Beschäftigung auf niedrigstem Stand seit 1974

In den USA ist die Zahl der Beschäftigten im November so stark gesunken wie seit 34 Jahren nicht mehr. Bankenvolkswirte sprachen sogar von einen „schwarzen Freitag“ für den Arbeitsmarkt.

HB WASHINGTON. Eine Trendwende sei angesichts der sich weiter abschwächenden Konjunktur nicht in Sicht. Außerhalb der Landwirtschaft sei die Beschäftigtenzahl um 533 000 zum Vormonat zurückgegangen, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten für November mit einem Rückgang um 320 000 Stellen gerechnet. Zuletzt war im Dezember 1974 mit 602 000 der Beschäftigungsabbau noch schärfer ausgefallen.

Damit ist die Beschäftigung in den USA bereits den elften Monat in Folge zurückgegangen. Zudem wurde der Rückgang der Vormonate deutlich revidiert. So fiel der Beschäftigungsrückgang im Oktober mit 320 000 (zunächst 240 000) wesentlich stärker als ursprünglich gemeldet aus. Im September lag der Beschäftigungsabbau bei revidiert 403 000 (284 000). Damit gingen in den beiden Monaten 199 000 Arbeitsplätze mehr verloren als zunächst festgestellt.

Angesichts der massiven Beschleunigung des Beschäftigungsabbaus in den USA im November spricht die Commerzbank von einem „schwarzen Freitag“ für den Arbeitsmarkt. Eine rasche Stabilisierung sei nicht in Sicht, heißt es in einer Studie. Der Einbruch der Wirtschaftsleistung, der sich noch bis mindestens Mitte 2009 fortsetzen werde, dürfte für einen unvermindert starken Abbau der Beschäftigung sorgen.

Der Beschäftigungsabbau in den USA wird nach Einschätzung der DekaBank bis in den Herbst 2009 anhalten. Der Abbau von 533 000 Beschäftigten im November dürfte jedoch der höchste monatliche Beschäftigungsabbau in dieser Rezession bleiben, sagte Rudolf Besch, USA-Experte der DekaBank. In den nächsten zwei bis drei Monaten dürfte der Beschäftigungsabbau zwischen 200 000 bis 300 000 liegen und sich dann im weiteren Jahresverlauf weiter abschwächen.

In der Summe sind laut Postbank in den letzten drei Monaten mehr als 1,2 Millionen Jobs verloren gegangen. Der Beschäftigungsrückgang sei dabei breit gestreut. Nur in den Bereichen Erziehung und Gesundheit sowie auf staatlicher Ebene habe es noch einen Zuwachs gegeben. Die meisten Volkswirte erwarten, dass die US-Notenbank den Leitzins bis auf Null senken wird. DekaBank-Experte Besch prognostiziert zudem einen verstärkten Ankauf von Wertpapieren durch die US-Notenbank. Ziel müsse es sein die Kreditvergabe an die insgesamt gesunden Unternehmen wieder zu beleben.

Unterdessen hat sich die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote im November nicht ganz so stark erhöht wie befürchtet. Die Quote stieg laut Angaben des Ministeriums von 6,5 Prozent im Vormonat auf 6,7 Prozent. Dies ist die höchste Quote seit 1993. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Quote von 6,8 Prozent gerechnet.

Die Stundenlöhne stiegen im November doppelt so stark wie erwartet. Sie seien um 0,4 Prozent oder sieben Cent auf 18,30 US-Dollar je Stunde geklettert. Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit sank von 33,6 auf 33,5 Stunden.

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