Konjunktur
US-Industrieproduktion geht stark zurück

Die amerikanische Industrie hat ihre Produktion im Mai stärker gedrosselt als erwartet. Zugleich sind die Fabriken so wenig ausgelastet wie seit über 40 Jahren nicht. Der US-Immobiliensektor zeigt hingegen weiter Stabilisierungstendenzen.

HB WASHINGTON. Im gesamten Verarbeitenden Gewerbe sank der Ausstoß um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie die US-Notenbank am Dienstag mitteilte. Analysten zeigten sich überrascht, da sie im Schnitt lediglich mit minus 0,9 Prozent gerechnet hatten. Zugleich ist die Produktion im April etwas stärker als zunächst geschätzt zurückgefahren worden.

Die Kapazitätsauslastung lag im Mai nur noch bei 68,3 Prozent und damit so niedrig wie noch nie seit Beginn der Datenerhebung 1967. Experten werten die Zahlen als Hinweis darauf, dass der Weg der US-Wirtschaft aus der Rezession holpriger verlaufen dürfte als erwartet. „Die Abwärtsdynamik hat sich zwar spürbar verlangsamt, aber ein tatsächliches Ende der Abwärtsbewegung lässt noch auf sich warten“, sagte Fabienne Riefer von der Postbank.

Die Erzeugerpreise stiegen im Mai in den USA nicht so stark wie erwartet. Die Preise seien um 0,2 Prozent zum Vormonat geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,6 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Preise auf Erzeugerebene noch um 0,3 Prozent geklettert. Auf Jahressicht sanken die Erzeugerpreise im Mai um 5,0 Prozent.

Ohne Berücksichtigung von Lebensmitteln und Energie (Kernindex) sanken die Preise um 0,1 Prozent. Volkswirte hatten mit einem Anstieg um 0,1 Prozent gerechnet. Im Vormonat war der Kernindex noch um 0,1 Prozent gestiegen. Zum Vorjahr kletterte der Kernindex im Mai um 3,0 Prozent.

Die Erzeugerpreise beeinflussen die allgemeine Teuerung zwar nicht direkt, schlagen aber erfahrungsgemäß mit einiger Verzögerung teilweise auf die Verbraucherpreise durch.

Der US-Immobiliensektor zeigt weitere Stabilisierungstendenzen. Die Baubeginne und Baugenehmigungen nahmen im Mai überraschend deutlich zu. Besonders stark stiegen die Baubeginne. Sie seien zum Vormonat um 17,2 Prozent auf eine auf das Jahr hochgerechnete Zahl von 532 000 geklettert, teilte das US-Handelsministerium am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten zuvor einen Anstieg auf 490 000 erwartet.

Die Zahl der Baugenehmigungen stieg im Mai um 4,0 Prozent auf annualisiert 518 000. Volkswirte hatten einen Wert von 500 000 erwartet.

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