Konjunktur
US-Jobkrise verschärft sich

Auch wenn sich die Hinweise mehren, dass die Talsohle der Rezession in den USA wohl bald erreicht sein könnte, sorgen andere Indikatoren für Ernüchterung: Zwar schrumpfte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal etwas schwächer als erwartet, die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist aber überraschend erneut gestiegen.

HB WASHINGTON. Im ersten Quartal 2009 schrumpfte die größte Volkswirtschaft der Welt nach den endgültig revidierten Zahlen mit einer hochgerechneten Jahresrate um 5,5 Prozent und damit weniger stark als zunächst angenommen. Dies teilte das US-Handelsministerium am Donnerstag mit.

Zuvor war noch von einem Minus des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 5,7 und noch früher von 6,1 Prozent die Rede gewesen. Damit ist die amerikanische Wirtschaft das dritte Quartal in Folge geschrumpft. Im letzten Quartal 2008 war die US-Wirtschaft noch mit einer hochgerechneten Jahresrate von 6,3 Prozent eingebrochen, so stark wie seit 1982 nicht mehr. Davor verzeichnete das BIP ein minus 0,5 Prozent (drittes Quartal). Volkswirte hatten mit einer Bestätigung dieser Daten gerechnet.

Keine Entspannung dagegen auf dem US-Arbeitsmrakt. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg in der vergangenen Woche überraschend erneut an. Die Zahl sei um 15 000 auf 627 000 geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Volkswirte hatten mit einem leichten Rückgang vom ursprünglichen Wert auf 600 000 Anträge gerechnet. Allerdings wurde der Vorwochenwert von 608 000 auf 612 000 nach oben revidiert.

Im aussagekräftigeren Vierwochendurchschnitt kletterte die Zahl der Erstanträge unterdessen um 500 auf 617 250. Der Wert der Vorwoche lag bei revidiert 616 750 (zunächst 615 750).

Aus dem Arbeitsministerium verlautete, es seien überraschend viele Anträge aus dem Bildungssektor eingegangen. Dies hänge offenbar mit dem Ende des Schuljahres zusammen. Die Rezession hat viele Bundesstaaten zu einem strikten Sparkurs gezwungen, wobei auch im Bildungssektor der Rotstift angesetzt wird. Oftmals werden dabei auslaufende Verträge von Lehrern und Hilfskräften nicht mehr verlängert.

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