Konjunktur
US-Verbraucher verlieren den Mut

Die amerikanischen Verbraucher scheinen langsam ihren berühmten Optimismus zu verlieren. So hat sich das Konsumklima in den USA im Juni überraschend eingetrübt. Aus der US-Industrie kommen dagegen positive Signale.

HB NEW YORK. Der Index für das Verbrauchervertrauen sank auf 49,3 von 54,8 Punkten im Mai, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem leichten Anstieg auf 55,0 Punkte gerechnet. Sorgen bereitet den Amerikanern vor allem die Lage auf dem Arbeitsmarkt. Annähernd jeder zweite Befragte sagte, Jobs seien schwer zu bekommen.

Auch steigende Benzinpreise und Hypothekenzinsen dämpften das Konsumklima, sagten Experten. Die Stimmung der Verbraucher gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen.

Aus der Industrie kamen dagegen positive Signale. Die Geschäftstätigkeit im Mittleren Westen schrumpfte im Juni deutlich langsamer als erwartet. Der Chicago-Einkaufsmanagerindex kletterte um fünf auf 39,9 Punkte, wie das Institut for Supply Management mitteilte. Experten hatten nur mit einem Anstieg auf 39,0 Zähler gerechnet. Erst ab einem Wert von 50 Punkten zeigt der Index ein Wachstum an. Die Unternehmen drosselten ihre Produktion nicht mehr so stark. Auch bei den Neuaufträge hellte sich die Lage auf.

Der Preisverfall am US-Wohnimmobilienmarkt hat im April überraschend an Schärfe verloren. Binnen Jahresfrist verbilligten sich Einfamilienhäuser in 20 Ballungsräumen nur noch um 18,1 Prozent, wie aus dem Index von Standard & Poor's hervorgeht, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Im März gaben die Preise um 18,7 Prozent nach. Verglichen mit dem Vormonat kosteten die Häuser 0,6 Prozent weniger, auch hier fiel das Minus deutlich geringer aus als im Vormonat. Analysten hatten jeweils mit einem stärkeren Rückgang gerechnet.

In einigen Großräumen seien Anzeichen für eine Stabilisierung zu erkennen, sagte David Blitzer von Standard & Poor's. Allerdings könne man aus dem Daten noch keine Trendwende herauslesen. Zudem beginne nun die stärkste Jahreszeit für den Immobilienmarkt. "Es wird noch einige Zeit dauern, um zu sehen, ob die Erholung wirklich da ist."

Das Platzen der Blase am US-Wohnimmobilienmarkt gilt als wichtigster Auslöser der weltweiten Finanzkrise, die sich inzwischen zur tiefsten Rezession seit den 1930er Jahren ausgeweitet hat.

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