Konjunktur
US-Verbraucher wieder optimistischer

In den USA finden die Verbraucher langsam wieder zur Zuversicht zurück. Im April ist der entsprechende Index des Conference Board überraschend stark gestiegen. Die Häuserpreise sind dagegen weiter gesunken.

NEW YORK. Das Vertrauen der US-Bürger in die Wirtschaftsentwicklung ist deutlich gestiegen und lässt Hoffnungen auf neue Konsumlust und ein Ende der Rezession aufkommen. Der Index für das Verbrauchervertrauen, den das Forschungsinstitut Conference Board erstellt, legte im April unerwartet stark von 26,9 Zählern im Vormonat auf 39,2 Punkte zu. Das war der größte Anstieg seit November 2005. „Die Panik über die Entwicklung des privaten Konsums liegt offenbar hinter uns“, sagte Jonathan Basile, Volkswirt bei Credit Suisse in New York. Er schränkte jedoch ein, dass mit dem Anstieg lediglich das niedrige Niveau vom November 2008 zurückgewonnen sei: „Die Entwicklung muss in den kommenden Monaten bestätigt werden.“

Traditionell gilt das Verbrauchervertrauen als ein wichtiger Frühindikator der US-Wirtschaftsentwicklung. Denn rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen auf den privaten Konsum. Da die aktuelle Rezession durch einen Ausgabenstreik der US-Bürger massiv verschärft wurde, messen Volkswirte dem Index derzeit besonders große Bedeutung bei. Die US-Aktienmärkte drehten als Reaktion auf die Daten ins Plus.

Erste Hoffnungssignale sendet auch der US-Immobilienmarkt. Dem Case/Shiller–Index zufolge sanken die Häuserpreise in den 20 US-Metropolregionen im Februar zwar noch um 18,6 Prozent. Erstmals seit 16 Monaten markierte der Index aber kein neues Rekordtief. Analysten sind aber unschlüssig, ob damit am Immobilienmarkt nun die Talsohle erreicht ist. Es sei schwer, aus den Daten mehr als erste Anzeichen für eine Erholung herauszulesen, sagte David Blitzer, Experte für den Index bei Standard & Poor’s.

Aufschluss darüber, ob sich die US-Konjunktur tatsächlich dem Tiefpunkt im Rezessionszyklus nähert, könnte heute die erste Schätzung der Wirtschaftsleistung im ersten Quartal bringen. So erwarten von Reuters befragte Analysten im Schnitt, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Januar bis März annualisiert um 4,9 Prozent geschrumpft ist. Im vierten Quartal 2008 war das BIP um 6,3 Prozent gesunken – das größte Minus seit Beginn der Rezession im Dezember 2007. Derzeit erwartet die Mehrheit der Volkswirte eine Erholung der US-Konjunktur gegen Jahresende.

Heute steht zudem das Ergebnis der geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank Fed an. Da sie den Leitzins zur Stimulierung der Wirtschaft bereits auf nur knapp über null Prozent gesenkt hat, fehlt ihr bei diesem Instrument faktisch jeder Spielraum. Im Mittelpunkt des Interesses dürften eher Einschätzungen der Fed zur Lage der Konjunktur und zum weiteren Vorgehen beim Aufkauf von Kreditpapieren stehen. Durch dieses sogenannte „Credit Easing“ versucht die Notenbank, gezielt den Kapitalmarktzins zu beeinflussen. Dadurch hat sich ihre Bilanzsumme seit Beginn der Krise auf 2,2 Mrd. Dollar mehr als verdoppelt. Zuletzt hatte sie mit dem Ankauf von US-Staatsanleihen begonnen. Im Rahmen des auf 300 Mrd. Dollar angelegten Programms wurden bisher Staatspapiere für 55 Mrd. Dollar erworben.

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