Konjunktur
US-Verbraucher wieder skeptisch

Die amerikanischen Verbraucher sehen wieder skeptischer in die Zukunft - der Index für die Verbraucherzuversicht stürzte im September überraschend ab.
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HB NEW YORK. Auf dem Weg aus der Krise sendet die US-Konjunktur gemischte Signale. Während sich das Konsumklima überraschend verschlechterte, gab es weitere Hoffnungsschimmer vom Häusermarkt. Der Index für das Verbrauchervertrauen sank auf 53,1 von revidiert 54,5 Punkten im August, wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 57,0 Punkte gerechnet. „Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass es eine langwierigere Erholung gibt“, sagte Joe Manimbo von Travelex Global Business Payments.

Sorgen bereitet den Amerikanern vor allem die Lage auf dem Arbeitsmarkt: Fast die Hälfte aller Befragten gab an, es sei schwierig, an einen Arbeitsplatz zu kommen. Zugleich gehen nur noch 3,4 Prozent der Verbraucher davon aus, dass es reichlich Jobs gibt - so wenige wie seit 26 Jahren nicht mehr.

Die Stimmung der Konsumenten gilt als zentraler Indikator für die Konsumausgaben, die etwa zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung ausmachen. Der Konsum und die Investitionen seien allerdings auf einem langsamen Weg aus dem „Fegefeuer“ heraus, sagte der Präsident der US-Notenbank von Dallas, Richard Fisher. Er äußerte sich vorsichtig optimistisch für die Entwicklung der weltgrößten Volkswirtschaft. Bisher sei die Erholung der US-Konjunktur eher moderat, betonte Fisher.

Positive Signale gab es vom Häusermarkt: Die Preise für Wohnimmobilien in ausgewählten US-Ballungsgebieten stiegen im Juli den dritten Monat in Folge. Einfamilienhäuser in den 20 größten Städten kosteten 1,6 Prozent mehr als im Juni, wie aus dem Index von Standard & Poor's/Case Shiller hervorgeht. Analysten hatten nur mit plus 0,5 Prozent gerechnet. Binnen Jahresfrist fielen die Preise um 13,3 Prozent, allerdings hatten die Experten hier ein Minus von 14,3 Prozent erwartet. „Der Häusermarkt scheint einen Boden gefunden zu haben und die Preise scheinen sich zu erholen“, sagte David Sloan von 4Cast Ltd.

Seit dem Höhepunkt des US-Immobilienbooms 2006 haben sich Wohnimmobilien in den 20 Großräumen um 32,6 Prozent verbilligt. Das Platzen der Blase am US-Wohnimmobilienmarkt gilt als wichtigster Auslöser der weltweiten Finanzkrise.

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