Konjunktur
US-Verbraucherdaten schüren Deflationsangst

Baugenehmigungen und -beginne sind in den USA deutlich stärker als erwartet gefallen. Rekordwerte auch bei der Teuerungsrate: Wegen billigerer Energie sind die Lebenshaltungskosten in den USA erneut im Rekordtempo gesunken. Nach Einschätzung der Postbank schüren die neuen Daten Deflationsbefürchtungen.

HB WASHINGTON. Von Oktober auf November fielen die Verbraucherpreise überraschend deutlich um 1,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte. Das war der größte Rückgang seit Beginn der Datensammlung 1947. Von Reuters befragte Volkswirte hatten nur mit einem Minus von 1,2 Prozent gerechnet. Bereits im Oktober hatte es mit minus einem Prozent einen Rekordwert gegeben.

Energie verbilligte sich wie schon zuletzt und kostete im Schnitt 17 Prozent weniger. Dies war der stärkste Rückgang seit 1957. Tanken war für die US-Bürger fast 30 Prozent günstiger. Insgesamt lagen die Preise noch 1,1 Prozent über dem Niveau vor Jahresfrist. Dies war die geringste Teuerungsrate seit Mitte 2002.

Die Daten zu den US-Verbraucherpreisen schüren nach Einschätzung der Postbank Deflationsbefürchtungen. Der kräftige Rückgang der Inflationsrate sei für Verbraucher sicherlich erfreulich, da er ihre Kaufkraft stärke, heißt es in einer Studie vom Dienstag. Die Entwicklung der Kernverbraucherpreise sei dagegen nicht unkritisch. Sollte sich die Tendenz sinkender Kernraten in den kommenden Monaten fortsetzen, würde die Kerninflation zügig Richtung ein Prozent laufen. „Es kommen Erinnerungen an das Jahr 2003 auf, als die Kerninflation ebenfalls Kurs auf die Ein-Prozent-Marke nahm und das „D“-Wort trotz seinerzeit anziehender Konjunktur lebhaft benutzt wurde."

Auch die Zahl der Baugenehmigungen und -beginne ist im November wesentlich stärker als erwartet gefallen. Die Zahl der Baugenehmigungen sei im November um 15,6 Prozent auf 616 000 auf Jahressicht zurückgegangen, teilte das US-Handelsministerium am Dienstag in Washington mit. Volkswirte hatten einen Rückgang auf 700 000 erwartet.

Die Baubeginne fielen zum Vormonat um 18,9 Prozent auf eine auf das Jahr hochgerechnete Zahl von 625 000. Volkswirte hatten zuvor einen Rückgang auf 740 000 erwartet.

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