Konjunktur
US-Verbraucherpreise finden keinen Boden

Die US-Verbraucherpreise sind im Mai so stark gefallen wie seit fast 60 Jahren nicht mehr. Sie sanken um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit April 1950.

HB WASHINGTON. Analysten hatten ein Minus von 0,9 Prozent erwartet. Bereits im März hatten die Preise um 0,9 Prozent und damit erstmals seit Jahrzehnten nachgegeben. Besonders Energie und Lebensmittel verbilligten sich - ohne diese beiden Bereiche stiegen die Preise um 1,8 Prozent.

Ökonomen sagen für die kommenden Monate einen noch stärkeren Preisverfall voraus, weil Öl und andere Rohstoffe im Sommer 2008 so teuer wie noch nie waren. Eine Deflation - also ein lang anhaltender Preisverfall auf breiter Front - erwarten die meisten Experten aber nicht. „Die merklich zurückgegangenen Verwerfungen an den Finanzmärkten sowie die zuletzt recht dynamische Entwicklung vieler Rohstoffpreise wirken dem aktuell entgegen“, sagte Postbank-Expertin Fabienne Riefer. Im Vergleich zum Vormonat zogen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent an, weil unter anderem Benzin, Neuwagen und Medikamente teurer wurden.

In Deutschland werden die Lebenshaltungskosten nach Einschätzung von Ökonomen in den kommenden Monaten ebenfalls sinken. Im Mai hatte die Teuerungsrate bereits null Prozent betragen. Grund dafür ist ebenfalls der Preisverfall bei Energie und Lebensmitteln.

Das Defizit in der Leistungsbilanz der USA hat sich im ersten Quartal deutlich verringert. Der Fehlbetrag sei auf 101,5 Milliarden US-Dollar gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Mittwoch in Washington mit. Volkswirte hatten jedoch lediglich ein Defizit von 85,0 Milliarden Dollar erwartet. Damit beträgt das Defizit 2,9 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Dies ist der niedrigste Wert seit dem ersten Quartal 1999. Im vierten Quartal hatte es noch bei 4,4 Prozent gelegen.

Grund für den geringeren Fehlbetrag sind die in der Rezession deutlich gefallenen Wahrenimporte. Das Defizit des vierten Quartals 2008 wurde von zunächst 132,8 Milliarden auf 154,9 Milliarden Dollar revidiert.

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