Konjunktur
US-Wirtschaft schrumpft deutlich langsamer

Die Reihe der guten Nachrichten aus den USA sertzt sich fort: Die Talfahrt der US-Konjunktur hat sich verlangsamt. Die größte Volkswirtschaft der Welt schrumpfte im zweiten Quartal aufs Jahr hochgerechnet nur noch um ein Prozent.
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HB WASHINGTON. In den ersten drei Monaten 2009 hatte das Minus des Bruttoinlandsprodukts noch 6,4 Prozent betragen, was den heftigsten Absturz seit 27 Jahren bedeutet hatte.

Der Rückgang des Bruttoinlandsprodukts ist der vierte in Folge und damit die längste Abwärtsbewegung seit Einführung der quartalsweisen BIP-Berechnung 1947. Die Zahlen vom Donnerstag können im September bei der dritten und letzten Schätzung noch einmal revidiert werden.

Mit einem Anstieg der Unternehmensgewinne um 5,7 Prozent im ersten Quartal dieses Jahres hat es nach Angaben des Ministeriums auf diesem Feld den größten Zuwachs seit dem ersten Quartal 2005 gegeben.

Wirtschaftsexperten erwarten laut der Fachagentur Bloomberg ein konjunkturelle Erholung der US-Wirtschaft im dritten und vierten Quartal. „Die Keime einer Erholung sind sichtbar“, zitierte die Agentur den Finanzexperten Chris Rupkey (Tokyo-Mitsubishi Bank) in New York. Die Lager der Großhändler seien langsam geleert, die Verbrauchernachfrage und die Produktion von Konsumgütern steige wieder. Eine besondere die Konjunktur ankurbelnde Wirkung habe das Regierungsprogramm zum Abwracken alter und Kauf neuer Wagen gehabt. Nach deutschem Vorbild durften bei dem Programm „Cash for Clunkers“ (Bares für Rostlauben) alte Autos mit hohem Benzinverbrauch gegen spritsparende Modelle eingetauscht werden. Der Staat zahlte bis zu 4500 Dollar (etwa 3140 Euro) Zuschuss.

Die jüngsten Zahlen vom Handelsministerium stützen andere positive Meldungen über die US-Wirtschaft. So stieg beispielsweise im Juli deutlich die Zahl der Verkäufe neuer Häuser in den USA. Auch sind die amerikanischen Verbraucher wieder zuversichtlicher: der Index für die Verbraucherzuversicht, ermittelt vom Wirtschaftsinstitut Conference Board, stieg von 47,4 Punkten im Juli auf 54,1 Punkte im August an.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist in den USA zurückgegangen. Wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte, beantragten in der Woche zum 22. August 570 000 Menschen die Zuwendungen und damit 10 000 weniger als in der Vorwoche. Der Rückgang fiel schwächer aus, als von Experten erwartet. Analysten hatten mit 565 000 Erstanträgen gerechnet. Die Zahl der Menschen mit Langzeit-Arbeitslosenhilfe sank gleichzeitig auf den tiefsten Stand seit vier Monaten.

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