Konjunktur
US-Wirtschaft um 6,3 Prozent geschrumpft

Die Wirtschaftsleistung in den USA ist im vierten Quartal etwas weniger stark als von Volkswirten erwartet geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei annualisiert um 6,3 Prozent gesunken, teilte das US-Handelsministerium am Donnerstag in Washington in einer dritten Schätzung mit.

HB WASHINGTON. In der Zweitschätzung hatte das Ministerium noch einen Rückgang von 6,2 Prozent ermittelt. Volkswirte hatten eine Korrektur auf minus 6,5 Prozent erwartet. Im dritten Quartal war die US-Wirtschaft um 0,5 Prozent geschrumpft.

Verglichen mit den anderen beiden großen Industriestaaten Japan und Deutschland stehen die USA damit aber fast noch gut da. In Japan schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt Ende 2008 aufs Jahr hochgerechnet um rund zwölf Prozent, in Deutschland annualisiert um rund acht Prozent.

Grund für die schwerste Rezession in den Vereinigten Staaten seit mehr als 26 Jahren sind Einbrüche bei Exporten, Konsum und Investitionen. Die Ausfuhren sanken wegen der weltweiten Wirtschaftskrise um 23,6 Prozent. Die Unternehmen investierten angesichts der unsicheren Aussichten 21,7 Prozent weniger - das ist der stärkste Rückgang seit 1975.

Die Verbraucher schränkten ihre Ausgaben wegen der steigenden Arbeitslosigkeit um 4,3 Prozent ein. Das ist das größte Minus seit Frühjahr 1980. Die Konsumausgaben machen mehr als zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung aus.

Unterdessen hat sich die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA hat sich wieder erhöht. Die Zahl sei von 644 000 Anträgen in der Vorwoche auf 652 000 geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Der Wert der Vorwoche wurde auf 644 000 (bisher 646 000) nach unten revidiert. Im aussagekräftigeren Vierwochendurchschnitt sank die Zahl der Erstanträge auf 649 000 von revidiert 650 000.

Die wöchentlichen US-Arbeitsmarktdaten sprechen nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) für einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosenquote. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge liege leicht oberhalb der Erwartungen, heißt es in einem Kommentar des Bankhauses. Negativ zu beurteilen sei vor allem der deutliche Anstieg der registrierten Arbeitslosen auf einen neuen Rekordstand von 5,56 Millionen. Damit spreche vieles für einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosenquote im März.

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