Konjunktur
Verbraucher retten Euro-Wirtschaft vor Absturz

Die Euro-Zone hat dank der Erholung ihrer wirtschaftlichen Schwergewichte Deutschland und Frankreich zwar das Ende der Rezession vor Augen. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im zweiten Quartal aber stärker als zunächst angenommen.
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HB BRÜSSEL. Das BIP schrumpfte im zweiten Quartal nur noch um 0,2 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Mittwoch nach endgültigen Berechnungen mitteilte. Der Rückgang fiel damit zwar etwas stärker aus als zunächst mit minus 0,1 Prozent angenommen, aber auch deutlich geringer als im ersten Quartal mit 2,5 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahr lag die Wirtschaftsleistung in den 16 Euro-Staaten um 4,8 Prozent tiefer.

Gestützt wurde die Wirtschaft vom privaten Konsum. Er legte um 0,1 Prozent zu. Dagegen sanken die Investitionen der Unternehmen erneut kräftig.

Die beiden größten Euro-Länder Deutschland und Frankreich haben die Rezession im Frühjahr bereits hinter sich gelassen. Sie wuchsen um jeweils 0,3 Prozent. Auch in mehreren kleineren Mitgliederstaaten des Währungsraums wuchs die Wirtschaft wieder. Euro-Neuling Slowakei setzte sich mit einem Plus von 2,2 Prozent an die Spitze der Euro-Zone. Schlusslicht war Finnland, wo das Bruttoinlandsprodukt binnen Quartalsfrist um 2,5 Prozent sank.

Außerhalb der Euro-Zone schrumpfte die Wirtschaft in Litauen am stärksten - hier brach die Wirtschaftsleistung verglichen mit dem Jahresauftakt um 9,8 Prozent ein. In den 27 Euro-Staaten sank das BIP im Frühjahr um 0,3 Prozent, verglichen mit dem Vorjahr lag es 4,9 Prozent tiefer.

Für das gerade abgelaufene Sommerquartal erwarten die Europäische Zentralbank und Analysten wieder Wachstum, Konjunkturdaten zu Industrie oder Dienstleistern signalisierten zuletzt eine Belebung. Allerdings dürfte die Erholung holprig ausfallen, sagte EZB-Chef Jean-Claude Trichet kürzlich.

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