Konjunktur
Weltbank senkt Prognose für China

Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognose für China erneut deutlich gesenkt. Das für dieses Jahr von der chinesischen Führung angestrebte Wachstumsziel von acht Prozent halten die Pekinger Experten der Bank für unerreichbar. Vor allem mit Blick auf die Einbrüche der Exportindustrie werde 2009 Chinas Bruttoinlandsprodukt (BIP) rund 6,5 Prozent betragen.

PEKING. Das geht aus dem jüngsten China-Ausblick der Weltbank hervor, der am Mittwoch in Peking veröffentlicht wird. Dennoch sehen die Autoren der Weltbank keine dramatischen Folgen für die inzwischen zur drittgrößten Volkswirtschaft aufgestiegene Volksrepublik. „China ist ein relativ positiver Lichtblick in der ansonsten eher düsteren Weltwirtschaft“, so David Dollar, China-Chef der Weltbank. Die Fundamentaldaten der chinesischen Wirtschaft seien trotz des Wachstumsrückgangs in den vergangenen Monaten stark genug, heißt es in dem Länderausblick.

Dennoch widersprechen die Weltbank-Experten damit den Vorgaben der politischen Führung in Peking. Erst vergangene Woche hatte sich Chinas Regierungschef Wen Jiabao auf der diesjährigen Plenarsitzung des Nationalen Volkskongresses zuversichtlich gezeigt, dass Peking das Wachstumsziel von acht Prozent schaffen werde.

Laut Weltbank muss sich das Reich der Mitte jedoch vom Investitions- und Arbeitsplatzboom der vergangenen Jahre erst einmal „auf Jahre“ verabschieden. Bereits in ihrem letzten China-Bericht, der vierteljährlich vorgelegt wird, hatte die Weltbank Ende November ihre Wachstumsprognose für China zurückgenommen, damals sogar von 9,2 auf 7,5 Prozent.

Zwar sei die Volksrepublik von der internationalen Krise insgesamt direkt nicht so stark betroffen, schreiben die Autoren der Weltbank diesmal, „aber Chinas offene Realwirtschaft ist davon doch deutlich beeinträchtigt.“ Angesichts der weltweiten Nachfrageflaute sind vor allem Chinas Exporte stark rückläufig. Im Februar gingen die Lieferungen ins Ausland um 25,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück. Der Außenhandelsüberschuss schmolz deswegen auf den geringsten Stand seit drei Jahren zusammen.

Berücksichtige man, dass es wegen des chinesischen Neujahrsfestes im Februar sogar mehr Arbeitstage gegeben habe als im Vorjahr, habe der monatliche Einbruch sogar bei rund 40 Prozent gelegen, rechnen Analysten vor. Auch die ausländischen Direktinvestitionen sind seit Oktober stark gefallen, ebenso sinkt die Industrieleistung des Landes seit Monaten.

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