Konjunktur
Weltbank sieht für Euro-Zone und USA schwarz

Die Weltbank hat ihre Konjunkturprognosen für die Euro-Zone, die USA und Japan gesenkt. Zur Begründung nannte sie die wirtschaftlichen Aussichten, die weiter ungewöhnlich unsicher seien. Auch der IWF und die OECD äußerten sich vorsichtig. Für Deutschland kommt die Bundesregierung zu einer anderen Einschätzung, wie aus dem Monatsbericht des Finanzministeriums hervorgeht.

HB SEOUL. Die Weltbank rechnet dagegen damit, dass die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone, in den USA und in Japan 2009 stärker schrumpfen wird als bislang angenommen. Auch die Erholung werde im kommenden Jahr schwächer ausfallen. Dagegen blickt die Weltbank optimistischer als zuvor auf die Erholung 2010 in China, Russland und Indien.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet dagegen keine sehr nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft. Die US-Exporte verbesserten sich zwar stetig und die öffentlichen Ausgaben gingen zurück. Auch in Asien gehe es graduell aufwärts. „Aber das ist im Moment nicht genug, um eine starke Erholung sicherzustellen, und es gibt deutliche Risiken, dass es wieder nach unten geht“, sagte IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard. Auch die OECD äußerte sich vorsichtig. Die Wirtschaftsleistung der größten Volkswirtschaften gehe 2009 zurück, sagte OECD-Chef Angel Gurria. Vor allem das Problem der Arbeitslosigkeit bleibe bestehen. „Selbst wenn die Wirtschaft wieder anzieht, wird die Erwerbstätigkeit weiter zurückgehen. Und wenn es einen steilen und tiefen Fall der Erwerbstätigkeit gibt, wird es mehrere Jahre dauern, bis es wieder aufwärtsgeht."

Für die Eurozone rechnet die Weltbank im laufenden Jahr nun mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung von 4,5 Prozent statt dem bislang vorausgesagtem Minus von 2,7 Prozent. Die US-Wirtschaft soll demnach um drei Prozent schrumpfen statt um 2,4 Prozent, die japanische Wirtschaft um 6,8 Prozent statt um 5,3 Prozent.

Für das nächste Jahr schraubte die Weltbank ihre Wachstumsprognose für die Eurozone auf 0,5 Prozent von 0,9 Prozent zurück. Die Vorhersage für die USA nahm sie auf 1,8 Prozent von 2,0 Prozent zurück. In Japan sei nur noch mit einem Wachstum von 1,0 Prozent statt 1,5 Prozent zu rechnen.

Nicht ganz so pessimistisch ist das Bundesfinanzministerium in Berlin. Trotz einer weiteren konjunkturellen Verschlechterung zu Frühlingsbeginn Anlass gibt man sich dort vorsichtig optimistisch. Mit Blick auf die bessere Stimmung von Unternehmen und Verbauchern hieß es am Montag im Monatsberichts des Ministeriums: „Dies könnte ein Hinweis auf eine konjunkturelle Bodenbildung im Verlauf dieses Jahres sein“. Eine wichtige Voraussetzung für eine durchgreifende Besserung wären aber neue Impulse vom Export, „die allerdings nicht vor 2010 zu erwarten sind“. Die Umfragedaten deuteten lediglich auf eine leichte Erholung der Exportentwicklung in den nächsten Monaten hin.

Die Schwächephase in der Industrie hat dem Ministerium zufolge im zweiten Quartal angehalten. Bei den Industrieaufträgen sei aber bemerkenswert, dass im April das überdurchschnittlich hohe März-Ergebnis gehalten werden konnte. Der private Konsum könne weiter eine stabilisierende Wirkung auf die Konjunktur haben. Die Lage am Arbeitsmarkt werde sich zwar vermutlich im Jahresverlauf erheblich verschlechtern. Die moderate Preisentwicklung unterstütze aber die Kaufkraft der privaten Haushalte.

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