Konjunktur
„Weltwirtschaft hat freien Fall gestoppt“

Die Weltwirtschaft hat das Schlimmste hinter sich. Davon geht jedenfalls die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) aus: Ihre für Ende Juni anstehende Prognose zeigt erstmals seit Beginn der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise keine signifikante Verschlechterung der Wirtschaftsleistung. Auch die USA und Deutschland sehen zunehmend Licht am Ende des Konjunkturtunnels.

HB MADRID/BERLIN/WASHINGTON. Die Weltwirtschaft hat nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ihren „freien Fall“ gestoppt. Der Abschwung habe sich verlangsamt, sagte OECD-Chef Angel Gurria am Freitag. Er rechne mit dem Beginn der Erholung bis Ende des Jahres. Dazu seien keine eindeutig positiven Zahlennötig, sondern die wirtschaftliche Talfahrt müsse zunächst beendet werden. Weltweite Konjunkturindikatoren wie Hausverkäufe in den USA bis zu chinesischen Exportdaten deuteten darauf hin.

Auch die Ende Juni anstehende OECD-Prognose zeige dies: Erstmals seit Beginn der Weltwirtschaftskrise gebe es keine signifikante Verschlechterung der Wirtschaftsleistung. Die Erholung werde wegen der größeren Konjunkturpakete zuerst in den USA und später in Europa einsetzen.

Gefahren durch die Möglichkeit einer Herunterstufung der Bonität großer Volkswirtschaften wie Großbritannien und den USA sieht Gurria nicht. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte am Donnerstag den Bonitätsausblick für Großbritannien wegen der explodierenden Staatsschulden von „stabil“ auf „negativ“ herabgestuft - zum ersten Mal seit den 80er Jahren. S&P löste damit am Finanzmarkt auch Zweifel an der Einstufung der USA aus. OECD-Chef Gurria bezeichnete den Schritt als ungerechtfertigt.

Auch die deutsche Wirtschaft hat möglicherweise das Schlimmste hinter sich. Diese Botschaft dürfte vom Ifo-Geschäftsklimaindex ausgehen, der am Montag veröffentlicht wird. „Das Geschäftsklima wird seinen zweiten Anstieg in Folge hinlegen und damit einen weiteren Hinweis auf eine Stabilisierung der Konjunktur geben“, hieß es bei der Dekabank.

Die 44 von der Nachrichtenagentur Reuters befragten Experten rechnen mit einem Anstieg wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers um 1,3 auf 85,0 Punkte. Die Aussichten für die kommenden sechs Monate dürften die 7000 befragten Manager erneut optimistischer einschätzen: Hier wird der fünfte Anstieg in Folge vorausgesagt, „nachdem es weltweit immer mehr Anzeichen für ein Ende der rasanten konjunkturellen Talfahrt gibt“, sagte Postbank-Expertin Fabienne Riefer. Auch in Deutschland gab es zuletzt positive Signale: Exporte, Industrieaufträge und Produktion hatten im März erstmals seit einem halben Jahr wieder zugelegt.

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