Konjunktur
Wirtschaft fasst wieder Tritt

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gibt leise Entwarnung: Nach den Rekordeinbrüchen der Vergangenheit hat sich die Wirtschaft in den OECD-Staaten im zweiten Quartal stabilisiert. Das Ifo-Institut meldet unterdessen eine Erholung des Klimas der Weltwirtschaft.
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HB PARIS. Das Bruttoinlandsprodukt sei zum Vorquartal um minimale 0,002 Prozent zurückgegangen, teilte die OECD am Mittwoch in Paris mit. Im ersten Quartal war das BIP noch um 2,1 Prozent gesunken und damit so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebung 1960. Am deutlichsten war die Erholung in Japan mit plus 0,9 Prozent. In Deutschland und Frankreich erhöhte sich das BIP jeweils um 0,3 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die OECD-Wirtschaft allerdings im zweiten Quartal noch um 4,6 Prozent eingebrochen. Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung bereits um revidierte 4,7 (zuvor 4,2) Prozent gesunken. Hier war der Einbruch in Japan mit minus 6,5 Prozent am stärksten. In Deutschland lag der Rückgang bei 5,9 Prozent und in den USA bei 3,9 Prozent.

Das Klima der Weltwirtschaft hat sich im dritten Quartal laut einer Umfrage des Ifo-Instituts zum zweiten Mal in Folge aufgehellt. Der Ifo-Weltwirtschaftsindikator sei von 64,4 Punkten im zweiten Quartal auf 78,7 Punkten geklettert, teilte das Münchener Forschungsinstitut am Mittwoch in München mit. Der Anstieg des Indikators resultiere aus den günstigeren Erwartungen für die nächsten sechs Monate.

Die Erwartungskomponente stieg von 89,5 Punkten im Vormonat auf 114,0 Punkte. Zudem hat sich auch die Beurteilung der aktuellen Lage erstmals seit dem dritten Quartal 2007 leicht gebessert. Sie stieg von 38,4 Punkten auf 42,0 Punkte.

Besonders optimistisch seien die Erwartungen in Nordamerika und in Asien, schreibt das Ifo-Institut. Aber auch in Westeuropa, Russland und Lateinamerika wurden die Erwartungen für die nächsten sechs Monate erneut nach oben korrigiert. Nach wie vor negativ sind laut der Umfrage die Erwartungen in Mittel- und Osteuropa. Die aktuelle Wirtschaftslage wird in allen großen Regionen weiterhin als ausgesprochen ungünstig bewertet. Weltweit wird weder eine Inflation noch ein Abrutschen in eine Deflation erwartet.

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