Konjunktur
Wirtschaft im Euroraum stagniert

Im 3. Quartal ist die Wirtschaft in der Euro-Zone um gerade einmal 0,1 Prozent gewachsen. Ökonomen hatten ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Besonders die schwache Konjunktur in Frankreich belastet die Währungsunion.
  • 7

Brüssel/BerlinDie Wirtschaft in der Euro-Zone wächst kaum noch. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 17 Länder stieg zwischen Juli und September nur noch um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Europäische Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte.

Analysten hatten mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet. Im Frühjahr hatte die Konjunktur noch um 0,3 Prozent angezogen. Damit steht die Währungsunion deutlich schlechter dar als andere große Regionen: Die US-Wirtschaft legte im Sommer um 0,7 Prozent zu, die japanische um 0,5 Prozent.

Die Euro-Wirtschaft war im zweiten Vierteljahr erstmals nach sechs Quartalen wieder gewachsen. Damals hatte vor allem Frankreich mit einem kräftigen Plus für Schwung gesorgt. Diesmal enttäuschte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone allerdings und droht nach einem überraschenden BIP-Rückgang von 0,1 Prozent in die Rezession zurückzufallen.

In Deutschland halbierte sich das Wachstum zwar auf 0,3 Prozent, entsprach aber damit den Erwartungen. Italien steckt weiter in der Rezession: Die Wirtschaft schrumpfte mit 0,1 Prozent zwar nur noch leicht, aber das neunte Quartal in Folge. Spanien schaffte dagegen ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent, während es in Portugal mit 0,2 Prozent bergauf ging. Auch die Niederlande schüttelten die Rezession ab. Zypern hingegen steckt weiter im Abwärtsstrudel. Die Wirtschaft der Mittelmeerinsel verlor um 0,8 Prozent.

Die schwachen BIP-Zahlen für den Euroraum seien wahrscheinlich kein Vorbote dafür, dass eine neue Rezession ins Haus stehe, sagte der Chefvolkswirt Europa der Nordea-Bank, Holger Sandte. „Sie werden aber die Debatte anheizen, wie weit die Europäische Zentralbank gehen soll und ob die Fiskalpolitik den Kurs wechseln sollte." Ein größerer Schock von außen, und Deflation „könnte in der Tat mehr als ein Risiko sein". Dies gelte nicht für Deutschland, aber für Südeuropa.

Für das Gesamtjahr 2013 sagt die EU-Kommission der Euro-Zone noch ein Schrumpfen von 0,4 Prozent voraus. Wachstum werde es erst 2014 mit 1,1 Prozent gegeben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konjunktur: Wirtschaft im Euroraum stagniert"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ein kalter Leichnam, das Herz steht still, was macht man dann ? Richtig. Von unten warmhalten und mit endlosen teuren Trasfusionen ein "Scheinleben" vortäuschen ... Deutschland bezahlt die (aussichtslose) Endlos-Rettung. Bis wir selbst Transfusionen brauchen ... Ist das nicht alles ein absurdes Theater ?? "Europa" ging es zu EWG-Zeiten wesentlich besser !

  • Warum müssen wir immer alles schlecht reden?
    Auch ein negatives Wachstum ist doch ein Wachstum.
    Es ischt doch alles auf gutem Wäg.

  • Wirtschaft im Euroraum stagniert
    -------------------------------------------
    Dann müssen wir aber ganz, ganz schnell dafür sorgen, dass wir als deutsche Exportweltmeister in Europa unsere Ausfuhren auf das Maß von Griechenland zurückfahren. Dann stimmt die sozialistische Neidgefüge wieder - und die Griechen müssten ihre bizarre Ausgabenpolitik aus eigener Tasche bezahlen. Dann ist doch alles wieder gut!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%