Konjunktur
Wirtschaftsinstitute heben Wachstumsprognose an

Für das Jahr 2006 sind Ökonomen so optimistisch wie lange nicht. Das deutsche Wirtschaftswachstum wird im kommenden Jahr nach Einschätzung gleich zweier Institute deutlich an Fahrt gewinnen - allerdings nicht für lange Zeit.

HB DÜSSELDORF. Das Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Archiv (HWWA) hob jetzt seine Konjunkturprognose für 2006 von zuletzt 1,0 auf 1,4 Prozent an. Die konjunkturelle Erholung werde sich 2006 beschleunigen, hieß es. Für das laufende Jahr rechnet das Institut mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,8 Prozent, nach zuletzt 0,6 Prozent. Stütze der Konjunktur bleibe der Export. Allerdings sei auch mit einer regeren Binnennachfrage zu rechnen. 2007 soll das Wachstum jedoch schon wieder auf 0,75 Prozent zurückgehen.

Auch das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) rechnet 2006 mit einem stärkeren Wachstum. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird nach IWH-Ansicht sogar um 1,7 Prozent zunehmen. Zunächst war das Institut von einem Wachstum von 1,5 Prozent ausgegangen. Mittlerweile hätten sich aber die politischen Rahmenbedingungen mit dem Regierungswechsel in Deutschland geändert, so die Experten. Die Weltwirtschaft habe zudem überraschend stark zugelegt.

In der vergangenen Woche hatte bereits das Ifo-Institut seine Prognose für 2006 angehoben. Allerdings: Im übernächsten Jahr soll es in Deutschland erneut eine Delle in der Konjunktur geben. Die Inlandsnachfrage werde einbrechen. Grund sei die zum 1. Januar 2007 geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer. Dies werde die privaten Haushalte 2006 zu vorgezogenen Käufen veranlassen und das gesamte wirtschaftliche Wachstum beflügeln.

„Da diese Ausgaben 2007 fehlen werden, folgt eine Delle nicht nur im Konsum, sondern auch in der gesamtwirtschaftlichen Aktivität“, sagte IWH- Konjunkturexperte Udo Ludwig. Das HWWA erklärt: „Da nicht auszuschließen ist, dass sich 2007 auch die Expansion der Weltwirtschaft verlangsamt, könnte das Wachstum sogar noch geringer ausfallen“, hieß es.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt wird sich den Instituten zufolge trotz des prognostizierten Aufschwungs im nächsten Jahr wenig bessern. Die Erwerbstätigkeit werde in Deutschland 2006 als Folge der Reformen am Arbeitsmarkt steigen. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gehe aber voraussichtlich bis 2007 weiter zurück. Der Zuwachs an Beschäftigung resultiere somit im Wesentlichen aus arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen.

Für 2007 rechnet das IWH mit 4,6 Millionen Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote werde in Deutschland nach 11,1 Prozent in diesem Jahr 2006 bei 10,8 Prozent und 2007 bei 10,5 Prozent liegen. Das HWWA rechnet im Durchschnitt 2006 mit 4,75 Millionen oder einer Quote von 10,9 Prozent.

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