Konjunktur
Wirtschaftsministerium: Rezession geht zu Ende

Verschiedene Indikatoren haben schon angedeutet, dass die Talfahrt der deutschen Wirtschaft zu Ende geht, jetzt sind auch die Experten des Bundeswirtschaftsministeriums überzeugt: Die Rezession ist möglicherweile schon bald vorbei.

HB BERLIN. Laut vorläufigen internen Berechnungen des Wirtschaftsministeriums schrumpfte die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2009 nicht weiter, wie "Der Spiegel" berichtet. Wichtige Kennziffern, so auch der Industrie, legten demnach sogar unerwartet zu. Auch bei den Exportunternehmen steigt die Zuversicht. Der Einbruch des Welthandels habe seinen Tiefpunkt erreicht. Der deutsche Außenhandel werde sich in den kommenden Monaten leicht erholen, erwartet der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) in seinem noch unveröffentlichten Außenwirtschaftsreport, so die "Welt am Sonntag". Wegen des Einbruchs im ersten Quartal rechnet der BDI für dieses Jahr aber mit einem Rückgang der Exporte um 15 Prozent verglichen mit 2008.

Den neuen Berechnungen aus dem Ministerium liegen Daten von April und Mai zugrunde, für Juni behelfen sich die Konjunkturexperten von Minister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) mit Annahmen. Eine Ministeriumssprecherin wollte den Magazinbericht am Samstag in Berlin nicht kommentieren. Laut "Spiegel" rechnet man im Ministerium noch mit Unwägbarkeiten. So kann der erwartete Anstieg der Arbeitslosigkeit gegen Ende des Jahres zum Einbruch des Konsums führen. Guttenberg hatte am Donnerstag von dem "einen oder anderen positiv stimmenden Indikator" gesprochen und zugleich vor Euphorie gewarnt.

Die offiziellen Wachstumszahlen des zweiten Quartals wird das Statistische Bundesamt im August veröffentlichen. Die Entwicklung könnte laut "Spiegel" dazu führen, dass die Bundesregierung ihre Konjunkturprognose für 2009 - minus sechs Prozent - nach oben korrigiert. Der Auftragseingang der Industrie nahm im Mai gegenüber Vormonat um 4,4 Prozent zu, die Industrieproduktion sogar um 5,1 Prozent. Mit einer kräftigen Erholung rechne das Ministerium aber nicht. Vielmehr werde das Wachstum nur langsam Tritt fassen und sich dann beschleunigen.

Die Wirtschaftsleistung werde bald wieder das Niveau des vergangenen Jahres erreichen, schreibt Wirtschaftsstaatssekretär Walther Otremba in der "WirtschaftsWoche". Die Krise habe die Wirtschaftsordnung nicht beschädigt, die Marktwirtschaft sei intakt. Otremba warnte davor, eine Insolvenz gefährdeter Betriebe generell zu verhindern. Dies koste mindestens so viele Arbeitsplätze andernorts.

"Die jüngsten Zahlen deuten auf eine Stabilisierung der Exporte auf niedrigem Niveau hin. Nach der positiven Entwicklung der Auftragseingänge im Mai erwarten wir jetzt eine weitere Konsolidierung", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf der "Welt am Sonntag".

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