Konjunktur
ZEW-Konjunkturerwartungen leicht gestiegen

Obwohl die Rezession in Deutschland langsam zu Ende geht, sind die ZEW-Konjunkturerwartungen im September weniger stark gestiegen als erwartet. Offenbar sind die Börsenexperten noch nicht ganz überzeugt vom Ende der Krise.
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HB MANNHEIM. Die ZEW-Konjunkturerwartungen seien um 1,6 Punkte auf 57,7 Punkte gestiegen, teilte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mit. Von der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten zuvor mit einem Anstieg auf 58,5 Punkte gerechnet.

Die Beurteilung der aktuellen Lage verbesserte sich im September um 3,2 Punkte auf minus 74,0 Punkte. Volkswirte hatten zuvor mit minus 70 Punkten gerechnet.

"Die Konjunkturerwartungen bestätigen das Bild, dass sich die deutsche Wirtschaft zwar erholt, aber in einem langsamen Tempo", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz laut Mitteilung. "Zusätzliche Konjunkturstimuli sind mit Blick auf die Staatsverschuldung jedoch nicht angebracht."

Auch für den privaten Konsum seien die Fachleute optimistischer geworden, obwohl es auf Sicht von sechs Monaten Belastungsfaktoren geben dürfte: Die Abwrackprämie laufe aus, und eine steigende Arbeitslosigkeit sei zu erwarten. Für die Umfrage befragt das ZEW knapp 300 Analysten und institutionelle Anleger.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind im September um 4,7 Punkte auf 59,6 Punkte geklettert. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage verbesserte sich um 4,2 Punkte auf minus 77,9 Punkte.

Der ZEW-Index für September ändert laut Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) nur wenig an dem derzeit vorherrschenden konjunkturellen Bild. "Das Bild der konjunkturellen Erholung bekommt damit ein paar Farbtupfer, aber im Großen und Ganzen ändert der Indikator nicht viel", heißt es in einer Studie vom Dienstag. Allerdings dürfte die Kennzahl in der Nähe des aktuellen Niveaus seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden haben.

Viele vom ZEW-Institut befragten Volkswirte zweifeln laut Commerzbank an der Nachhaltigkeit der aktuellen wirtschaftlichen Erholung. Die deutsche Wirtschaft dürfte jedoch im dritten und vierten Quartal deutlich wachsen, schreibt die Commerzbank in einer am Dienstag veröffentlichten Studie. Die für die kommenden Monate zu erwartenden positiven Konjunkturdaten würden auch die ZEW-Konjunkturerwartungen weiter nach oben treiben. Der Indikator dürfte von derzeit 57,7 Punkte auf einen Hochpunkt bei 80 Punkten steigen. Er habe also noch "einigen Raum" nach oben.

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