Konjunkturanalyse: DIW gibt bei Rezessions-Sorgen Entwarnung

Konjunkturanalyse
DIW gibt bei Rezessions-Sorgen Entwarnung

Es scheint, als wäre die deutsche Wirtschaft mit einer Beule davon gekommen. Nach neuesten Daten der DIW-Konjunkturforscher ist sie im ersten Quartal knapp an einer Rezession vorbei geschrammt. Die Aussichten sind gut.
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BerlinGrünes Licht für die deutsche Wirtschaft: Nach Einschätzung der Konjunkturforscher vom DIW dürften die Auswirkungen der Krise im Euroraum zunächst überstanden sein. Das Berliner Wirtschaftsinstitut rechnet beim Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal mit einer schwarzen Null und bestätigt damit seine Prognose aus dem Januar. „Die deutsche Wirtschaft ist knapp an einer Rezession vorbeigeschrammt“, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner am Mittwoch. Im Schlussquartal 2011 war die deutsche Wirtschaftsleistung das erste Mal seit fast drei Jahren um 0,2 Prozent zurückgegangen. Als Rezession gelten zwei Quartale mit schrumpfendem Wachstum in Folge.

Doch die konjunkturelle Abkühlung wird nach Einschätzung des DIW ein vorübergehender Dämpfer bleiben. „Die massiven Interventionen der Europäischen Zentralbank haben die durch die Krise im Euroraum verunsicherten Unternehmen und Konsumenten zumindest vorübergehend beruhigt“, so Fichtner. Die EZB hatte den Banken der Eurozone im Dezember eine Geldspritze in Höhe von fast 500 Milliarden Euro gesetzt. Am heutigen Mittwoch stellt sie erneut unbegrenzt Liquidität für ungewöhnlich lange drei Jahre zum Niedrigzins von aktuell 1,0 Prozent bereit.

Nach Einschätzung von Fichtner werden die deutschen Unternehmen ihre Investitionen dank der anhaltend niedrigen Zinsen und der kräftigen Nachfrage von außerhalb der Eurozone bald wieder ausweiten. „Bei der anhaltend guten Lage am Arbeitsmarkt werden sich auch die Haushalte nicht mehr wie zuletzt beim Konsum zurückhalten.“

Dennoch dürfte das Wachstum zunächst weiter schwach ausfallen. „Dafür sprechen die nach wie vor schwachen Neubestellungen im Verarbeitenden Gewerbe“, erklärt DIW-Konjunkturexperte Simon Junker. Die insgesamt schlappe Weltkonjunktur werde die Exporte nur leicht steigen lassen. Selbst wenn sich die Industrieproduktion in den nächsten Monaten beleben würde, dürfe sie kaum höher liegen als im vierten Quartal 2011. Erst ab Frühjahr rechnet das DIW wieder mit merklichen Zuwachsraten.

Für eine leichte Erholung sprechen auch die Umfragen unter Verbrauchern und Unternehmen. Das GfK-Konsumklima ist so gut wie seit einem Jahr nicht mehr, während der Ifo-Geschäftsklimaindex zuletzt vier Monate in Folge zulegte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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