Konjunkturausblick
Die größten Risiken für die Weltwirtschaft

IWF-Chefin Christine Lagarde hat ihre Prognose für die Weltwirtschaft nach unten korrigiert. Zwar hat sich die Lage in der Euro-Zone etwas beruhigt, doch dafür ist ein neuer großer Unsicherheitsfaktor hinzugekommen.
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DüsseldorfWährungsfonds-Chefin Christine Lagarde warnt vor neuen Gefahren für die Weltwirtschaft. „Während alte Risiken fortbestehen, sind neue hinzugekommen“, heißt es in der heute vorgestellten Aktualisierung des IWF-Ausblicks für die Weltwirtschaft. Dazu gehöre vor allem das schleppende Wachstum in den Schwellenländern.

Lange waren sie das Kraftzentrum der Weltwirtschaft. Nach der Finanzkrise 2008 stützten die Schwellenländer das globale Wachstum. Ihr Anteil an der Weltwirtschaft hat im letzten Jahrzehnt dramatisch zugenommen: Zwischen den Jahren 2000 und 2013 verdoppelte er sich von 20 auf fast 40 Prozent.

Im gleichen Maße nahm jedoch auch die Abhängigkeit von ihnen zu. Dies könnte sich nun rächen. Mit China und Brasilien stecken die beiden Schwergewichte unter den Schwellenländern in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Die Probleme könnten sich durch eine straffere Geldpolitik in den Industrieländern noch verstärken.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet für 2013 ein Wachstum von 3,1 Prozent, das sind 0,2 Punkte weniger als noch im April. Im Euro-Raum werde die Rezession mit 0,6 Prozent fast doppelt so schwer ausfallen wie bisher geschätzt. Deutschland werde 2013 mit 0,3 Prozent nur halb so stark zulegen wie zuletzt vorausgesagt.

Die Probleme der Eurozone sind inzwischen schon chronisch. Nach wie vor können sie die Weltwirtschaft hart treffen. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Sicherheitsnetz aber deutlich verbessert. Die Regierungskrise in Portugal hat zwei Dinge gezeigt: Zum einen ist die Euro-Krise noch längst nicht zu Ende, zum anderen reagieren die Märkte inzwischen weit weniger hektisch auf temporäre Krisen.

Für die Finanzmärkte spielt auch die Zinspolitik eine große Rolle. Hier zeichnet sich in den USA eine Wende ab, vor der viele Angst haben.

Handelsblatt Online zeigt die größten Risiken für die Weltwirtschaft.

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  • Teil III
    Die finale Krise steht erst noch bevor, z.B. wenn die Fed ihre Staatsanleiheankaufprogramme reduziert. Der kommende Finanz-Crash wird epochale Ausmaße annehmen. Schulden, überall nur Schulden. Die Industriestaaten haben die Rettung ihrer maroden Banken teuer erkauft, dazu kommen hausgemachte Probleme. Und die USA und das UK haben sich fast komplett deindustrialisiert und ihre Realwirtschaft in Billiglohnländer ausgelagert. Es wurde eine Dienstleistungsgesellschaft aufgebaut, wo jeder jedem was verkaufen sollte.

    Tja, so könnte man Punkt für Punkt jedes Aufschwungszenarios zerlegen. Übrig bleibt Asche. Nicht umsonst wird der Goldpreis von den größten Banken weltweit nach unten manipuliert. Das ist schon die pure Angst vor dem immer näher kommenden Kollaps.

  • Teil II
    Dass die von vielen Beobachtern versprochene Renaissance der amerikanischen Industrie im Sog niedrigerer Energiepreise noch nicht eingetreten ist, das belegen auch die Exportzahlen der USA. Der Anteil der USA an den weltweiten Exporten hätte bei einer solchen Renaissance zunehmen müssen. Das wird aber laut den Zahlen der OECD nicht belegt.

    Das lässt die angebliche Renaissance des Industriesektors in den USA als Flop erscheinen.
    Denselben Eindruck vermitteln auch die Zahlen der US-Notenbank, die zeigen, dass das Wachstum der Beschäftigung in der US-Industrie zuletzt eher nachgelassen hat.

    Der erträumte Aufschwung - eine Fata-Morgana – vor allem in den USA.
    Nun wieder zurück in die Realität. Die Weltlei(d)währung Dollar hat einen massiven Vorteil gegenüber anderen Währungen: Man kann die Druckerpressen 30 Stunden am Tag rotieren lassen. Das war´s dann auch schon mit dem Aufschwung – und kein bissl mehr!!

    Dass auch unsere Politiker auf der Gehaltsliste der Bankster stehen und allein zwischen Okt. 2008 und Okt. 2010 4589 Mrd. Euro zur Rettung der Bankster vom Steuerzahler bezahlt wurde, sich die Staaten für die Zocker total überschuldet haben und jeglichen Aufschwung in der Realwirtschaft bereits im Keim erstickt wird, das ist der Untergang der westl. Ind.länder. Da is nix mehr zu retten, da is Feierabend! Die Weltverschuldung hat sich in den letzten 20 Jahren von 19 Bio. auf über 200 Bio. $ erhöht. Und die Bankster sitzen immer noch auf über 600 Bio. $ absolut wertloser Papierschnipsel, aus den Bilanzen in Schattenbanken und Zweckgesellschaften ausgelagert, um sie vor dem sofortigem Kollaps zu bewahren. Ohne einen Reset im Finanzbetrugssystem, einem Trennbankensystem und in Europa die Wiedereinführung der Landeswährungen erwartet uns ein jahrzehntelanges Siechtum mit inneren Unruhen und Bürgerkriegen!! Bernanke sollte für die 50 Mio. US-Bürger beten, die jeden Tag an den Suppenküchen anstehen.

  • „Nicht nur der Arbeitsmarkt zieht an - auch auf dem Häusermarkt gibt es deutliche Erholungszeichen“
    Das ist ein großer Irrtum! Große Kapitalanlagegesellschaften bekommen zinsloses Geld von der Fed und kaufen damit Immobilien, allein in der Hoffnung, dass sich alles wieder zum Guten wendet und die Immobilien teurer verkauft werden können. Und dies sind also die deutlichen Erholungszeichen, so so.
    Zum anderen haben die Banken Hunderttausende leerstehende Immobilien in ihren Büchern, zu Werten anno 2008 – nicht angepasst. Die Banken kaufen sich ab und zu gegenseitig ein paar Immobilien mit hohen Preisen ab, um eine Nachfrage zu suggerieren, und um ihre Bilanzen nicht aktualisieren zu müssen. Das wäre der Tod von weiteren Tausender US-, aber auch EU-Banken, die dort lustig in leerstehenden Gewerbeimmobilien investiert sind, die Armen.

    Amerikas einzige Hoffnung auf einen Aufschwung, die eigene Energieversorgung durch Fracking sicher zu stellen, schmilzt wie Schnee in der Sonne dahin.
    Eines der weltweit größten Fracker/Schiefergasunternehmen Chesapeake Energy leitete 2012 den Verkauf von Anlagen im Wert von schätzungsweise knapp sieben Milliarden Dollar ein, um seine drückende Schuldenlast von mehr als elf Milliarden zu reduzieren.

    Brisanter noch ist aber dieser Vorwurf von Rogers: "Die zu erwartenden Einnahmen von Schieferfirmen wurden ähnlich wie die hypothekenbesicherten Derivate vor der Finanzkrise 2008 gebündelt und mit der fragwürdigen Besicherung an Fonds verkauft."

    Zweifel gibt es aber nicht nur an der Profitabilität der Schieferfirmen und an der Haltbarkeit des aktuellen Booms. Investmentbanken selbst beginnen den Segen des Booms für die Konjunktur anzuzweifeln.

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