Konjunkturausblick
Dienstleister sind zuversichtlich für 2006

In der Dienstleistungsbranche überwiegt die Zuversicht. Die Serviceanbieter sind optimistischer als die deutsche Wirtschaft insgesamt. Das ist das Ergebnis des DIHK-Dienstleistungsreports Herbst 2005, der dem Handelsblatt exklusiv vorliegt.

HB DÜSSELDORF/BERLIN. Allerdings gibt es große Unterschiede in den einzelnen Branchen. IT-Dienstleister, Versicherungswirtschaft und Kreditinstitute rechnen im nächsten Jahr mit deutlich besseren Geschäften. Sie sind damit unter dem Strich in etwa so optimistisch wie bereits bei der Frühjahrsumfrage. Die Verkehrsbranche ist dagegen noch skeptischer als vor einem halben Jahr. Branchenübergreifend stehen die Dienstleister einer höheren Mehrwertsteuer äußerst zurückhaltend gegenüber. Der DIHK-Dienstleistungsreport fußt auf der Befragung von rund 10 000 Unternehmen aus dem Bereich Dienstleistungen (ohne Handel).

Die Zuversicht der IT-Branche wird von der Aussicht getragen, 2006 eine ganze Reihe innovativer Produkte am Markt platzieren zu können. Die Kreditwirtschaft wiederum setzt darauf, bei anziehender Investitionstätigkeit von einer steigenden Nachfrage nach Krediten profitieren zu können. Die Versicherungswirtschaft geht davon aus, dass sie weiter ein Gewinner des Trends zur privaten Vorsorge bleibt. Die Geschäftserwartungen der Versicherungswirtschaft sind im Vergleich zum Frühjahr unter allen Dienstleistern am stärksten gestiegen.

Die mit Abstand schlechtesten Geschäftsaussichten unter den Dienstleistern weist dagegen die Verkehrsbranche auf. Das größte Zukunftsrisiko aus Sicht der Betriebe ist laut DIHK-Dienstleistungsreport die Unsicherheit über die Entwicklung des Ölpreises. Zudem betrifft sie die mögliche Privatisierung des Autobahnnetzes. Sollte das Netz auf private Betreiber übergehen, erwarten die Unternehmen nach den Belastungen durch die LKW-Maut weitere Kosten. Der Luftverkehr sieht eine mögliche Kerosinsteuer als Bremse für das Gewerbe.

Die Dienstleistungsbranche hat für die deutsche Wirtschaft eine herausragende Bedeutung: Der Anteil dieses Sektors am Bruttoinlandsprodukt stieg nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von 56,3 Prozent 1991 auf 63,1 Prozent im Jahr 2004. Laut Hans-Werner Sinn, Präsident des Institutes für Wirtschaftsforschung (Ifo), macht sie hier zu Lande ohne den staatlichen Bereich fast die Hälfte der gesamten Wertschöpfung aus. Dagegen ging der Anteil des produzierenden Gewerbes in dem betrachteten Zeitraum von 33,2 auf 26,3 Prozent zurück.

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