Konjunkturaussichten
Prognosen: Rezession in Deutschland hält an

Die düsteren Prognosen für Deutschland häufen sich: Die Bundesbank sieht in naher Zukunft kein Ende der konjunkturellen Talfahrt. Doch während die Bundesbank an die Wirkung der milliardenschweren Konjunkturprogramme glaubt, sieht das der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ganz anders – und erwartet sogar einen Rekordeinbruch der Wirtschaft.

HB FRANKFURT. „Die deutsche Wirtschaft ist im Herbst 2008 in eine schwere Rezession abgeglitten, die in den kommenden Monaten anhalten wird“, schrieb die Bundesbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht. Export und Industrie dürften wegen der parallelen Rezession in den Industrieländern als Stützen der Konjunktur ausfallen.

Die Tiefe des Abschwungs hänge vor allem von der Entwicklung des privaten Konsums ab. Der Einkommensanstieg der vergangenen Jahre, der Rückgang der Teuerung und politische Maßnahmen wie die Verlängerung der Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes könnten hier positiv wirken. Die in den beiden Konjunkturpaketen bereit gestellten Mittel für öffentliche Investitionen in die Infrastruktur sollten zudem der Bauwirtschaft spürbare Impulse verleihen.

Anzeichen für eine Kreditklemme, die die Konjunktur zusätzlich belasten würde, sieht die Bundesbank nach wie vor nicht. Zwar hätten vor allem große, von der Refinanzierung über den Kapitalmarkt abhängige Unternehmen mittlerweile Schwierigkeiten bei der Refinanzierung. Eine Einschränkung des Kreditangebots in der Breite sei jedoch nicht zu beobachten, hieß es.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet trotz der milliardenschweren Konjunkturprogramme einen Rekordeinbruch der Wirtschaft. Die Wirtschaftsleistung dürfte in diesem Jahr um drei Prozent schrumpfen, teilte der DIHK am Donnerstag zu seiner Frühjahrsumfrage mit. Das wäre der stärkste Rückgang seit Gründung der Bundesrepublik. Noch im Herbst hatte der DIHK lediglich ein leichtes Minus vorhergesagt. Die Zahl der Arbeitslosen dürfte im Jahresschnitt um 300 000 steigen.

Deutlich eingetrübt haben sich die Exportaussichten. Die Experten erwarten bei der Ausfuhr von Waren und Dienstleistungen einen Rückgang von 9,5 Prozent. Doch auch die Investitionen dürften das Bruttoinlandsprodukt bremsen, hier dürfte das Minus bei 5,9 Prozent liegen, bei den Ausrüstungen sogar bei zwölf Prozent. Einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Konjunktur sieht der DIHK dagegen in den privaten Konsumausgaben, bei denen ein Plus von 0,5 Prozent erwartet wird. Der Staat dürfte seine Ausgaben ebenfalls steigern, der Anstieg werde hier aber mit zwei Prozent etwas geringer ausfallen als im vergangenen Jahr.

Laut Berechnungen der Bundesbank dürfte die Krise der Automobilindustrie rund ein Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) auffressen. Rechnerisch werde das BIP durch die Probleme der Branche um etwa 22 Milliarden Euro gedämpft, heißt es im Monatsbericht.

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