Konjunkturbarometer fällt unerwartet stark
ZEW: Hoher Ölpreis drückt die Stimmung

Der ZEW-Konjunkturindex ist unerwartet stark gefallen. Nach Einschätzung von Finanzmarktexperten haben sich die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland im Oktober erneut eingetrübt. Der hohe Ölpreis und die sich abzeichnende schwächere Dynamik im Welthandel haben ihre Spuren hinterlassen.

HB BERLIN. Das monatliche Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) fiel im Oktober auf 31,3 von 38,4 Punkten, wie das ZEW am Dienstag mitteilte. Die 300 befragten Analysten und institutionellen Anleger gingen damit von einer leichten Wachstumsverlangsamung bis April nächsten Jahres aus. „Der Hauptschuldige ist schnell ausgemacht: Der hohe Ölpreis, der die Konjunkturskepsis weiter schürt“, sagte die Konjunkturexpertin der Postbank, Fabienne Riefer. Zudem befürchten die Analysten, dass der Bedarf nach deutschen Gütern wegen der Abkühlung des Welthandels zurückgeht.

Treffen die Befürchtungen der Konjunkturpessimisten ein, wird der bisher allein vom Export getriebene Aufschwung nach drei Jahren Stagnation schon wieder zu Ende gehen, bevor er den Arbeitsmarkt erfasst hat. Das ZEW konstatierte, die jüngsten schwachen Daten zum deutschen Auftragseingang und Exportwachstum könnten bereits Ausdruck einer nachlassenden Nachfrage nach deutschen Exportgütern sein: „Leider fehlen von der deutschen Binnennachfrage auch weiterhin konjunkturbelebende Impulse, die kompensierend wirken könnten“.

Das Finanzministerium wertete dagegen den Anstieg der Umsatzsteuer-Einnahmen im September als Signal für ein Anziehen des Binnenkonsums. Im Bundeswirtschaftsministerium hieß es, zwar habe die außenwirtschaftliche Dynamik in den vergangenen Monaten nachgelassen: „Es besteht aber die begründete Hoffnung, dass die Binnenkonjunktur allmählich an Fahrt gewinnt.“ Der Ölpreisanstieg sei zu einem großen Teil rein spekulativer Natur. Der ZEW-Indikator dürfe derzeit nicht überinterpretiert werden.

Befragte Experten hatten nur einen Rückgang des ZEW-Erwartungsindikators auf 36,5 Zähler vorhergesagt. Die aktuelle Wirtschaftslage bewerteten die Experten dagegen erneut etwas weniger pessimistisch. Der entsprechende Indikator legte auf minus 58,9 von minus 61,5 Punkten zu. Der Zukunfts-Indikator für die Euro-Zone schwächte sich auf 37,6 von 44,7 Punkten ab.

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