Konjunkturbarometer im Februar etwas verbessert
ZEW: Es gibt keine Abwärtsspirale

Damit hatten die meisten nicht gerechnet: Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen ist im Februar überraschend gestiegen. Finanzanalysten rechnen damit, dass in einem halben Jahr das Schlimmste überstanden ist. „Die aktuelle Krise wird keine Abwärtsspirale auslösen“, heißt es. Auch die Aktienmärkte sehen die Experten wieder im Aufwind.

HB MANNHEIM. Professionelle Anleger und Analysten bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft im Februar wieder etwas besser. Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen stieg überraschend auf minus 39,5 Punkte nach minus 41,6 Punkten zu Jahresbeginn, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer weiteren Eintrübung auf minus 45,0 Zähler gerechnet.

„Die Aufwärtsbewegung der Konjunkturerwartungen signalisiert, dass die aktuelle Krise keine Abwärtsspirale für die Entwicklung der deutschen Konjunktur auslösen dürfte“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der monatlichen Umfrage unter gut 300 Experten. „Die Banken gehen zurzeit durch das Tal der Tränen, aber die Finanzanalysten rechnen damit, dass in einem halben Jahr wohl das Schlimmste überstanden sein wird. Dies dürfte die Sorgen um die Entwicklung der deutschen Konjunktur mindern.“

Wegen der verschärften Situation auf den Finanzmärkten hat sich die Bewertung der aktuellen Lage indes deutlich eingetrübt. Der Index sank um 22,9 Punkte auf 33,7 Zähler.

Der deutsche Aktienindex Dax hat seit Ende Januar deutlich nachgegeben. Am 21. Januar erlitt er den größten Tagesverlust seit den Anschlägen auf das World Trade Center 2001.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone stabilisierten sich im Februar. Der Euro-Indikator stieg marginal um 0,3 Punkte gegenüber dem Vormonat und lag nun bei minus 41,4 Punkten.

Mit Blick auf die Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) schoss der Anteil der Befragten, die Zinssenkungen erwarten, ungeachtet des gegenwärtigen Inflationsdrucks auf 58,1 Prozent (31,1 Prozent) in die Höhe. Der Erwartungsumschwung dürfte vor allem Folge der jüngsten Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sein, der für den Euroraum stark gestiegene Wachstumsrisiken sieht.

Für die USA prognostizierten 84,8 Prozent (83,0 Prozent) der Experten, dass die Fed - wegen der drohenden Rezession - ihre Zinsen weiter senken wird. Dabei sagten 57,9 Prozent (72,7 Prozent) der Analysten voraus, dass es zu einer Verschlechterung der US-Konjunkturentwicklung kommen wird. Die bisherigen Zinssenkungen der Fed und das jüngst verabschiedete Konjunkturpaket dürften hier zu einer Aufhellung der Erwartungen geführt haben. Während der wichtigste EZB-Zins gegenwärtig bei 4,0 Prozent steht, liegt der Fed-Leitzins bei 3,0 Prozent.

Seite 1:

ZEW: Es gibt keine Abwärtsspirale

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%