Konjunkturbarometer
Industrie-Abschwung verliert an Schärfe

„Zwar scheint das Schlimmste überstanden zu sein, die Industrie ist jedoch nach wie vor angeschlagen und kämpft weiter mit herben Geschäftseinbußen“, mit diesen Worten hat das Forschungsinstitut Markit am Montag die Befunde seiner monatlichen Umfrage unter 500 Firmen zusammengefasst. Zudem gibt es einen neuen Negativrekord.

HB BERLIN. Der Abschwung der deutschen Industrie hat der Umfrage zufolge im April an Schärfe verloren. Da das Neugeschäft nicht so stark einbrach wie zuletzt, drosselten die Firmen ihre Produktion weniger stark als in den vergangenen fünf Monaten. Allerdings bauten sie so viele Stellen ab wie noch nie seit Umfragebeginn von 13 Jahren.

Der Markit/BME Einkaufsmanager-Index kletterte von März auf April endgültig um drei auf 35,4 Punkte und erreichte damit fast wieder das Niveau von November. Dies war zugleich der höchste Anstieg binnen Monatsfrist seit über sieben Jahren. Dennoch blieb das Barometer deutlich unter der Marke von 50 Punkte, aber der es Wachstum signalisiert.

„Ganz erheblich verlangsamt hat sich der Rückgang beim Neugeschäft, was der Hoffnung der Branchenakteure zusätzlichen Auftrieb verlieh, dass der Tiefpunkt der Rezession überstanden sein könnte“, hieß es. Zwar blieb der Auftragseingang vor allem aus den USA und aus Osteuropa abermals schwach, unterm Strich verringerte sich jedoch das Minus im Exportgeschäft.

Die Firmen passten jedoch ihre Beschäftigung an die sinkende Produktion an. Wie in den Vormonaten griffen einige Unternehmen zu Kurzarbeit, um Kosten zu senken und Entlassungen zu vermeiden. Dennoch wurden Stellen im Rekordtempo gestrichen. Wegen der Nachfrageflaute bauten die Firmen verstärkt ihre Lager ab. Der scharfe Wettbewerb und sinkende Kosten sorgten dafür, dass die Betriebe ihre Preise wie im März mit Rekordtempo senkten.

Große Industriekonzerne wie der Autohersteller Daimler, der Maschinenbauer MAN und der weltgrößte Chemiekonzern BASF hatten zum Jahresauftakt deutliche Gewinneinbrüche oder Verluste verbucht. Auch für den kurzfristigen Ausblick sind die meisten Firmen eher skeptisch.

In der Eurozone wurde der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe für den Monat April leicht nach oben revidiert. Der Indikator stieg damit von 33,9 Punkte im Vormonat auf revidiert 36,8 Punkte, teilte das Marktforschungsinstitut Markit am Montag in London mit. In der Erstschätzung war noch ein Wert von 36,7 Punkte ermittelt worden. Er entfernte sich damit auch weiter von seinem Rekordtief im Februar. Er liegt damit aber immer noch weit entfernt von der neutralen Wachstumsmarke von 50 Punkten entfernt.

Auch in den beiden größten Mitgliedsländern der Eurozone, Deutschland und Frankreich, wurde der Indikator nach oben revidiert. In Italien wo keine Erstschätzung veröffentlicht wird, erholte sich der Indikator merklich.

Ab einem Wert von 50 Punkten deuten die Indikatoren auf einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität hin. Liegen die Kennzahlen unter diesem Wert, kann von einem Rückgang ausgegangen werden.

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