Konjunkturbericht
Beige Book stützt Aufwärtstrend der Börse

Die US-Wirtschaft ist der Notenbank Fed zufolge im September weiter gewachsen. Aus den meisten Regionen wurde gemeldet, dass der Preisdruck unter Kontrolle ist.

HB WASHINGTON. In vier Regionen habe das Wachstum zugelegt, während es sich in „ein paar“ Regionen abgeschwächt habe, hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Konjunkturbericht „Beige Book“ der Fed. In den anderen Regionen wird das Konjunkturklima als moderat oder durchwachsen angeben.

In einigen Bereichen habe es Engpässe auf dem Arbeitsmarkt gegeben oder sogar einen Mangel an Facharbeitern. Aus den meisten Regionen werde gemeldet, dass der Preisdruck unter Kontrolle sei.

Die Löhne stiegen nur mit einem „moderaten Tempo“, während die Konsumausgaben in einigen Distrikten anzogen, wenngleich der Absatz von Automobilen und Häusern schleppend verläuft.

Von den insgesamt zwölf Distrikten berichteten nur zwei Regionen - Philadelphia und Dallas - über eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums. Vier Bezirke stellten eine Verstärkung des Wachstums fest. Die übrigen Distrikte charakterisierten das Wachstum als „moderat“ oder „gemischt“. Sowohl der Dienstleistungssektor als auch das verarbeitende Gewerbe verzeichneten eine solide Aktivität, während sich der Schwungverlust im Immobilienbereich fortsetzte.

In fast allen Bezirken sei eine weitere Abschwächung am Häusermarkt festgestellt worden, hieß es in dem Bericht. In der vorigen Woche hatte Fed- Chairman Ben Bernanke erklärt, dass am US-Markt für Wohnimmobilien eine “substanzielle Korrektur“ stattfindet, die sich auch auf die Gesamtwirtschaft niederschlagen könnte. Niedrigere Hauspreise dürften das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte 2006 um einen Prozentpunkt drücken.

In dem am Mittwoch vorgelegten Protokoll zur Zinsentscheidung am 20. September hatten die US-Währungshüter ihre Besorgnis über einen anhaltenden Inflationsdruck zum Ausdruck gebracht. Mehrere Teilnehmer seien besorgt gewesen, dass die Inflationserwartungen steigen könnten und somit die Glaubwürdigkeit der Federal Reserve bei der Bewahrung der Preisstabilität in Zweifel gezogen werden könnte, hatte es geheißen. Wegen dieser Einschätzung wird an den Finanzmärkten davon ausgegangen, dass es so bald keine Zinssenkung der Federal Reserve geben wird.

An den Terminmärkten wird derzeit eine Zinssenkung im ersten Quartal 2007 um 25 Basispunkte lediglich zu 40 Prozent eingepreist; vor der Veröffentlichung des Beige Books hatte der Wert noch bei 48 Prozent gelegen. Bis zur Jahresmitte 2007 aber wird ein solcher Schritt zu 92 Prozent angenommen.

Der Bericht, der von der Federal Reserve Bank of Richmond erstellt wurde, dient zur Vorbereitung der nächsten Zinsentscheidung am 24./25. Oktober. Angesichts des zuletzt schwächeren Inflationsdrucks und der sich abzeichnenden Konjunkturabkühlung rechnen die meisten Akteure an den Finanzmärkten damit, dass die US-Zentralbank ihre „Zinspause“ fortsetzt und das Zinsniveau unverändert lässt. Seit dem Sommer 2004 hatte die Fed ihren Leitzins in insgesamt 17 Schritten auf 5,25% nach oben geschleust.

Die US-Börsen legten nach Veröffentlichung des Berichts leicht zu.

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