Konjunkturbericht
Geschäftsbanken fordern Gelassenheit von EZB

Der Bundesverband deutscher Banken fordert die Europäische Zentralbank auf, trotz des hohen Ölpreises und der erwarteten Zinswende in den USA mit einer Zinserhöhung abzuwarten. Die konjunkturelle Lage bewertet der Bankenverband weiter zurückhaltend - die wirtschaftliche Erholung stehe auf einer schmalen Basis.

HB BERLIN. „Trotz der nach oben revidierten Preisprognosen besteht für die Geldpolitik im Euro-Raum keine Eile für eine Zinswende“, heißt es in dem am Montag veröffentlichten Konjunkturbericht des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB). „Die für Ende Juni allgemein erwartete Leitzinserhöhung in den USA sollte für die EZB ebenfalls keinen Handlungsdruck bringen.“ Eine Zinserhöhung in den USA könnte der EZB sogar ein Abwarten erleichtern, weil sie auch die Konjunktur in der Euro-Zone abbremse und die Zinsen am Kapitalmarkt steigen lasse.

Aus konjunktureller Sicht wäre eine Leitzinserhöhung nach BdB-Einschätzung erst bei einem Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone von mehr als zwei Prozent nötig. „Eine solche Entwicklung wird für den Euro-Raum auch 2005 nicht erwartet.“ Die konjunkturelle Lage in Deutschland bewertete der BdB weiter mit Zurückhaltung.

Zwar sei es wegen der zuletzt überraschend guten Konjunkturdaten nun unwahrscheinlich geworden, dass die Wirtschaft in diesem Jahr langsamer wächst als vom BdB mit 1,5 Prozent vorausgesagt. Sogar eine Rate von zwei Prozent erscheine unter günstigen Annahmen möglich. Allerdings bemängeln die Banken, dass die Erholung bisher nur vom Außenhandel abhängt und die Binnennachfrage weiter schwach bleibt. „Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland steht somit nach wie vor auf einer recht schmalen Basis.“

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