Konjunkturbericht
Hohe Spritpreise gefährden US-Wirtschaft

Das Bangen um die US-Wirtschaft geht in eine neue Runde. Die amerikanische Notenbank Fed glaubt zwar an eine Erholung, aber im Konjunkturbericht finden sich auch große Risiken. Hohe Spritpreise sind eine ernste Gefahr.
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Washington/New YorkDie US-Konjunktur ist nach Einschätzung der US-Notenbank Fed von Mitte Februar bis Ende März leicht gewachsen. Die Zahl der Neueinstellungen sei in den meisten Teilen des Landes gleich geblieben oder gestiegen, heißt es in dem veröffentlichten Konjunkturbericht, dem sogenannten Beige Book, der US-Notenbank. Besonders im Verarbeitenden Gewerbe und im Bereich der Informationstechnologie seien neue Stellen geschaffen worden. Außerdem gebe es eine rege Nachfrage nach Neuwagen und eine Erholung am Immobilienmarkt.

Allerdings würden steigende Energiekosten Produzenten und Verbraucher verunsichern, hieß es in dem Konjunkturbericht. Sorgen um eine Eskalation des Streits um das iranische Atomprogramm hatten die Öl-Preise zuletzt deutlich angetrieben. Dies hat in den USA bereits zu einem Nachfragerückgang geführt.

In dem Fed-Konjunkturbericht hieß es, in mehreren US-Bezirken gebe es Befürchtungen, die höheren Preise könnten die Ausgaben in den kommenden Monaten begrenzen. Die amerikanische Wirtschaft hängt massiv von der Konsumfreude der Bürger ab. Anleger versuchen herauszufinden, ob die Notenbank aus ihren Konjunktureinschätzungen einen Handlungsbedarf ableitet.

An den Finanzmärkten wird derzeit weltweit über den weiteren geldpolitischen Kurs der Fed gerätselt. Unklar ist vor allem, ob sich die Notenbanker in den kommenden Monaten zu einer dritten Runde von Staatsanleihenkäufen durchringen können und so noch mehr Geld in die Wirtschaft pumpen. Bislang hat die Fed für 2,3 Billionen Dollar Anleihen des Finanzministeriums und andere Papiere, vor allem Immobilienpapiere, gekauft. Ziel der beiden bisherigen Programme war es, den darnieder liegenden Häusermarkt und den Arbeitsmarkt zu stützten.

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Kommentare zu " Konjunkturbericht: Hohe Spritpreise gefährden US-Wirtschaft"

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  • So ein gluecklicher Zufall, dass kurz vor den Wahlen doch noch der Schuldige fuer die ganze US-Misere gefunden wurde. Der Spritpreis ist es. Dazu kann man dieses Thema gleich zufaellig mit dem Iran-Thema verbinden. Optimal! Und dazu bietet dieses Problem auch noch fuer Bernanke die Moeglichkeit weiterhin Geld zu drucken, um die endlosen, gigantischen Schulden von Obama zu bedienen. Genial!

  • Die hohen Benzinpreise sind in der Tat ein grosses Aergernis für den US-Konsumenten. Dies gilt besonders als es keine Bundesbenzinsteuer mit absoluten Beträgen analog der Europäischen Staaten gibt die die Schwankungen des Oelpreiseinflusses dämpfen.
    Andererseits sind die restlichen Energiepreise, insbesondere Erdgas, in den USA stark gefallen. Die Strompreise dürften eher fallen, denn steigen. Die verarbeitende Wirtschaft hat hierdurch an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen.

    Meines Erachtens ist dies für die US-Wirtschaft und ein zu hoffendes Wiedererstarken der Industrie nicht schlecht.

    Vandale

  • Zartes Pflänzchen, aber der nächste Frost kommt .... spätestens nach den Wahlen. Ein Schelm, der Böses dabei denkt, was Bernanke sagt! Wahlkampfunterstützung für Obama etwa? Die US Wirtschaft ist marode und lebt nur Dank der laufend neu gedruckten Spielgeld Dollars. Mal abwarten, was sein wird, sollten die Chinesen ihr Geld abziehen. Dann ist Heulen und Zähneklappern in den USA ... und: die USA brauchen dann schnellstens einen neuen Krieg, um davon abzulenken, daß innenpolitisch Nichts mehr geht!

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