Konjunkturdaten als Trendwende
US-Wirtschaft schwächelt im zweiten Quartal

Die amerikanische Wirtschaft hat im zweiten Quartal einen Gang zurück-geschaltet. Nach einer ersten Schät-zung des US-Handelsministeriums stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen Mai und Juni nur noch mit einer Jahresrate von 2,5 Prozent. Im Vorquartal war die Wirtschaft noch mehr als doppelt so stark gewachsen.

WASHINGTON. Gebremst wurde das Wachstum vor allem von einer Konsumschwäche. Aber auch die Unternehmen hielten sich mit Investitionen zurück. Das BIP ist der umfassendste Begriff für die in einer Volkswirtschaft produ-zierten Güter und Dienstleistungen.

Vergleicht man die US-Zahlen mit den in Europa üblichen Maßstäben, ergibt sich gegenüber dem Vorquar-tal ein Plus von 0,6 Prozent nach 1,4 Prozent zu Beginn des Jahres. Damit liegt die amerikanische Wirtschaft aber immer noch besser im Rennen als Deutschland. Hier betrug der Zuwachs im ersten Quartal nur 0,4 Prozent. Eine Wachstumsschwäche in Amerika macht auch den deutschen Exporteuren das Leben schwerer, können sie auf dem größten Aus-landsmarkt der Welt doch weniger Waren absetzen.

„Die Konjunktur in Amerika hat sich eindeutig abgekühlt“, kommentierte Jan Hatzius die Zahlen. Der Chefvolkswirt der Investmentbank Goldman Sachs in New York machte dafür vor allem die Abschwächung auf dem Immobilienmarkt verant-wortlich. „Wir rechnen damit, dass sich dieser Trend fortsetzt und er-warten im kommenden Jahr eben-falls nur noch ein Wirtschaftswachs-tum von 2,5 Prozent“, sagte der Ökonom. Das Wachstumspotenzial der US-Wirtschaft wird von Experten auf etwa drei bis 3,5 Prozent geschätzt. Die meisten Volkswirte hat-ten für das zweite Quartal ein Plus von drei Prozent vorausgesagt.

Der unerwartet starke Wachstumseinbruch hat auch die Zinserwartun-gen in den USA nach unten ge-drückt. Die meisten Investoren rech-nen jetzt damit, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) bei ihrer nächsten Sitzung am 8. August die Leitzinsen unverändert bei 5,25 Prozent belassen wird. Die Wahrscheinlichkeit für einen weiteren Zinsschritt sank auf den Terminmärkten von zuvor 44 auf nur noch 28 Prozent. Aktien und Anleihen reagierten mit starken Zugewinnen, der Dollar verlor dagegen an Boden.

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