Konjunkturdaten
Die US-Wirtschaft kommt nicht auf die Beine

Schlechte Auftragslage, schwache Bauwirtschaft, kaum neue Jobs: Die jüngsten Kennzahlen geben wenig Hoffnung für den Aufschwung in den USA. Eine Notenbankerin fasst zusammen: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns".
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Eine Serie schlechter Konjunkturdaten weckt Zweifel an der Stärke des Aufschwungs in den USA. Sorge bereiten vor allem die Negativmeldungen vom Arbeitsmarkt. Auch die Industrie schwächelt auf breiter Front. Führende Vertreter der Notenbank Fed ließen deshalb durchschimmern, dass die Nullzinspolitik noch eine Weile fortgesetzt wird.

Die jüngsten Zahlen sind nicht ermutigend: Die Zahl der Jobs in der Privatwirtschaft stieg im Mai so langsam wie seit September 2010 nicht mehr. Der Zuwachs betrug lediglich 38.000, teilten der private Arbeitsvermittler ADP mit. Im April hatte es noch ein Plus von 177.000 gegeben. Die Arbeitslosigkeit sinkt deshalb nur langsam. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ging in der abgelaufenen Woche lediglich um 6000 auf 422.000 zurück, wie das Arbeitsministerium am Donnerstag mitteilte.

An diesem Freitag werden die offiziellen Arbeitsmarktdaten für Mai von der Regierung veröffentlicht. Erwartet wird nur ein minimaler Rückgang der Arbeitslosenquote von 9,0 auf 8,9 Prozent.

Eine Erholung am Arbeitsmarkt gilt als Voraussetzung für eine nachhaltige Belebung der US-Wirtschaft, die besonders stark vom Konsum abhängig ist. Wegen der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit zeigen führende Vertreter der US-Notenbank Fed keine Bereitschaft für eine rasche Abkehr von ihrer Nullzinspolitik. "Die derzeit konjunkturstimulierende Haltung der US-Geldpolitik ist angemessen, denn die Arbeitslosenquote bleibt hoch, während die Inflation über mittlere Sicht gedämpft bleiben dürfte", sagte Fed-Vizepräsidentin Janet Yellen in Tokio.

Die mächtigste Notenbank der Welt fährt seit Dezember 2008 praktisch eine Nullzinspolitik. Zwischen 0 und 0,25 Prozent Zinsen müssen Banken zahlen, wenn sie sich bei ihr Geld leihen. Während die Europäische Zentralbank (EZB) wegen steigender Inflationsrisiken bereits im April erstmals nach fast drei Jahren ihren Leitzins angehoben hat, lässt sich die Fed mit der Zinswende noch Zeit. Anders als die EZB ist die Fed nicht nur der Preisstabilität verpflichtet, sondern soll auch Vollbeschäftigung fördern.

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg, wie ein überraschend starker Dämpfer für die Industrie zeigt. Die Auftragslage der US-Industrie hat sich im April verschlechtert. Die Bestellungen sanken im Vergleich zum Vormonat um 1,2 Prozent, teilte das Handelsministerium mit. Im März hatte es noch ein kräftiges Plus von 3,8 Prozent gegeben. Fast alle Branchen meldeten einen Rückgang - von den Maschinenbauern über die Computerindustrie bis hin zu den Autobauern.

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  • Also was jetzt? Vor wenigen Wochen wuchs die US-Wirtschaft ja angeblich noch so toll ...

    Aber wer im 3. Kellergeschoß sitzt, der empfindet ja schon den Weg bis zum 2. Tiefgeschoß als Beglückung ;-)

  • Da hilft nur noch QE3..........wetten?

  • Geldpolitik kann eine kranke Wirtschaftsstruktur nicht heilen. Die USA leben von Ihrer Substanz. Die Mittelklasse bröckelt, und über 40 Millionen Amerikaner sind schon auf Essensmarken angewiesen. Da der Kongress die Gelddruckmaschine über kurz oder lang stoppen wird, die Immobilienhypotheken als Finanzierungsquellen breiter Bevölkerungsschichten ausfallen, wird man dem letztverbliebenen bewährten Rezept den Vorzug geben. Gesundschrumpfen ist angesagt.
    .
    Für zig Millionen Bürger, die im Wirtschaftskreislauf überflüssig sind, hält man in den USA eine großartige Utopie bereit. Worin die besteht? „Glenn Beck, der Chefideologe der Ultrakonservativen und (ehemals) beliebtester Kommentator bei Fox News, beantwortet diese Frage oft und gerne: in der Realisierung des wichtigsten, zentralen Menschenrechts – des Rechts zu scheitern und unterzugehen.“
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    http://www.zeit.de/2010/46/Amerika-Kapitalismus

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