Konjunkturdaten: Produktion im November unerwartet stark gestiegen

Konjunkturdaten
Produktion im November unerwartet stark gestiegen

Das deutsche produzierende Gewerbe hat im November überraschend deutlich mehr produziert als im Vormonat. Die Branche habe nach vorläufigen Ergebnissen saisonbereinigt 1,3 % mehr hergestellt als im Oktober, teilte das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) am Montag in Berlin mit.

HB BERLIN. Die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe legte unerwartet stark zum Vormonat zu. Die Erholung der deutschen Wirtschaft ist auch im November vorangekommen. Von Reuters befragte Experten hatten im Schnitt nur ein Plus von 0,5 % erwartet. Vor allem die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen und Anlagen konnten ihre Produktion steigen, was als positives Signal für die Konjunktur gilt. Banken-Volkswirte sagten, damit dürfte sich das Wirtschaftswachstum zum Jahresende beschleunigt haben.

„Wir befinden uns wirklich inmitten einer ordentlichen zyklischen Erholung“, wertete Rainer Guntermann von Dresdner Kleinwort Wasserstein die November-Daten. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich Oktober/November zu August/September legte die Produktion den BMWA-Angaben zufolge um 3,5 % zu. Zum Vorjahresmonat lag das Produktionsvolumen im November nach Berechnungen von Reuters auf Basis von Bundesbank-Daten um 1,1 % höher. „Das legt nahe, dass sich das BIP-Wachstum bis dato weiter beschleunigt hat“, sagte Guntermann. Das BMWA revidierte zudem die Oktober-Daten auf plus 2,8 nach zuvor gemeldeten plus 2,4 % nach oben. Die Aktien- und Finanzmärkte reagierten zunächst nicht auf die Produktionsdaten.

Jörg Krämer von Invesco Asset Management sah sich in seiner Prognose bestätigt, wonach das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2003 um 0,5 % zum Vorquartal gewachsen sein dürfte. „Der Aufwärtstrend der Frühindikatoren wie Ifo-Geschäftsklimaindex und Auftragseingang lässt darauf schließen, dass die Wirtschaft auch im ersten Quartal 2004 mit einem solchen Tempo wachsen wird.“ Gerd Haßel von der ING BHF-Bank warnte jedoch, der Zusammenhang zwischen Industrieproduktion und BIP sei „nicht so eng“. Für das Gesamtjahr 2003 erwarten die meisten Analysten allenfalls eine Stagnation der deutschen Wirtschaftsleistung zum Vorjahr.

In Westdeutschland stieg die Erzeugung im November um 1,3 %, im Osten legte sie ebenfalls um 1,3 % zu. Die Industrie stellte den BMWA-Angaben zufolge 1,7 % mehr her als im Oktober. Dabei legte die Produktion der Vorleistungsgüterhersteller um 0,5 % zu, die Erzeugung von Investitionsgütern stieg um 4,0 %. Konsumgüterproduzenten stellten dagegen 0,9 % weniger her. Im Bauhauptgewerbe stieg die Produktion um 2,5 %, im Energiesektor ging sie um 2,7 % zurück.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%