Konjunkturdaten signalisieren Wachstum
US-Notenbank wartet ab

Experten rechnen nicht mit einer Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Fed-Chef Ben Bernanke glaubt an einen Wachstumszuwachs für 2007. Es gibt aber auch kritische Stimmen, welche diese Prognosen als zu optimistisch bezeichnen und eine Zinserhöhung fordern.

Die meisten Ökonomen an der Wall Street rechnen nicht damit, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) die Leitzinsen - nach dem soliden Beschäftigungszuwachs im November - am Dienstag verändern wird. Und auch die Hoffnungen vieler Bondhändler auf eine baldige Zinssenkung in den kommenden Monaten haben einen Dämpfer erhalten. An den Terminmärkten für Zinskontrakte ist die Wahrscheinlichkeit für eine Lockerung der Geldpolitik bis März nächsten Jahres deutlich von 48 auf 34 Prozent gefallen. Die Leitzinsen in den USA betragen seit Ende Juni 5,25 Prozent.

Fed-Chef Ben Bernanke kann sich durch den Zuwachs von 132 000 neuen Jobs in seinem Konjunkturoptimismus bestätigt fühlen. Das Beschäftigungsplus lag deutlich über den Erwartungen der Volkswirte und stützt die These des Notenbankers, dass sich die amerikanische Wirtschaft nach wie vor in einer robusten Verfassung befindet. Der leichte Anstieg der Arbeitslosenquote von 4,4 auf 4,5 Prozent ändert daran nichts. "Nichts in dem Arbeitsmarktbericht würde eine kurzfristige Lockerung (der Geldpolitik) rechtfertigen", schreibt Jan Hatzius, Chefökonom der Investmentbank Goldman Sachs.

In den USA läuft seit Monaten eine Debatte darüber, welchen Kurs die US-Wirtschaft im nächsten Jahr einschlagen wird. Optimisten wie Bernanke glauben, die Wirtschaft habe bereits das Schlimmste überstanden und werde nach einer Verschnaufpause in der zweiten Jahreshälfte 2007 wieder ihr Wachstumspotenzial von etwa drei Prozent ausschöpfen. Auf der anderen Seite stehen Pessimisten, die einen weitere Abkühlung des Immobilienmarktes voraussagen und allenfalls mit einem Zuwachs von 2,5 Prozent rechnen. Der Ökonom Nouriel Roubini, Professor an der New York University, rechnet gar mit einer "schmerzlichen" Rezession im nächsten Jahr.

Die Notenbanker der Fed haben dagegen in den vergangenen Wochen die Risiken für das Wachstum heruntergespielt und ihr Augenmerk auf die Inflation gerichtet. "Bis jetzt gibt es wenig Anzeichen dafür, dass die Schwäche auf dem Immobilienmarkt sich auf die Konsumausgaben oder die Beschäftigung ausweitet", sagte Bernanke kürzlich. Die Verbraucherpreise sind dagegen zuletzt mit einer Jahresrate von 2,7 Prozent gestiegen. Ein Wert, der weit über der inoffiziellen Toleranzgrenze der Fed von etwa zwei Prozent liegt. Der Fed-Chef warnte insbesondere vor den stark steigenden Arbeitskosten. Die Stundenlöhne sind im November gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent geklettert. "Die Geldpolitik ist möglicherweise noch nicht restriktiv genug ist, um eine Rückkehr zur Preisstabilität zu gewährleisten", sagte Charles Plosser, Präsident der Fed in Philadelphia.

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