Konjunkturelle Lage
Weber: „2010 schrittweise Konjunkturerholung“

Nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Axel Weber hat sich der Abschwung in den ersten Monaten dieses Jahres in Deutschland nochmals verschärft. Für das kommende Jahr rechnet Weber aber mit einer „schrittweisen Erholung“ der deutschen Wirtschaft.

HB WASHINGTON. Es gebe durchaus erste Hoffnungszeichen und Hinweise, dass die Geschwindigkeit des Wirtschaftsabschwungs nachlasse, sagte Weber am Freitag in Washington vor dem Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20). Es sei aber keine schnelle Rückkehr zu größeren Wachstumsraten zu erwarten, sondern nur eine „graduelle Verbesserung“ im nächsten Jahr.

In diesem Jahr dürfte im ersten Quartal der Rückgang stärker ausgefallen sein als im letzten Quartal 2008. Weber erwartet beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) eher ein Minus mit einer Drei vor dem Komma. In den letzten drei Monaten 2008 sackte die deutsche Wirtschaft um 2,1 Prozent ab gegenüber dem Vorquartal. Langfristig müssen sich die Industrieländer laut Weber auf ein Wachstumspotenzial einstellen, das nach unten tendiere – allerdings nicht dramatisch.

Mit Blick auf die Debatte über Inflations- oder Deflationssorgen sagte Weber, kurzfristig bestehe kein höherer Druck für Preissteigerungen. In den nächsten ein zwei Jahren würden die Inflationsraten eher niedrig bleiben. Es könnte aber in der Zukunft durchaus Inflationsrisiken geben, auf die die EZB dann aber reagieren würde. Schon ab Mai seien in Deutschland über einige Sommermonaten sogar negative Inflationsraten zu erwarten, sagte Weber. Danach werde die Preissteigerung wieder leicht anziehen.

„Ich sehe kein Deflationsrisiko“, sagte Weber zu den sinkenden Preisen. „Zur Zeit werte ich das Ganze noch als eine willkommene Entlastung der Kaufkraft der Bürger.“ Sollte sich aber die Krise massiv ausdehnen - was nicht erwartet werde - , dann müsse schon reagiert werden. „Wir werden eher eine Erholung sehen und dementsprechend keine Verschärfung“, sagte der Bundesbank-Präsident.

Notenbanker fürchten einen Verfall der Preise, weil eine solche Entwicklung zu einer Abwärtsspirale führen kann. Sinkende Preise können Verbraucher und Investoren von Käufen abhalten, weil sie auf immer weiter fallende Preise warten und damit die volkswirtschaftliche Nachfrage lähmen.

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