Konjunkturerwartungen
Finanzkrise lässt ZEW-Index absacken

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten werfen ihre Schatten auf die Konjunkturerwartungen für Deutschland. Der ZEW-Index ist im August doppelt so stark gesunken wie erwartet. Finanzmarktexperten fürchten, dass die US-Hypothekenkrise auf die deutsche Wirtschaft durchschlägt. Vor allem für zwei Branchen fielen die Bewertungen deutlich ab.

HB MANNHEIM. Das Stimmungsbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) sackte im August im Vergleich zum Vormonat deutlich um 17,3 Punkte ab und liegt nun bei minus 6,9 Punkten nach 10,4 Punkten im Juli, wie das ZEW in Mannheim mitteilte. "Die befragten Finanzmarktexperten sehen Gefahren, die von der Krise für die realwirtschaftliche Entwicklung in den USA ausgehen und die auch auf Deutschland übergreifen können." Vor allem für Banken und Versicherungen fielen die Bewertungen der Experten deutlich ab.

Gerechnet wurde mit einem Rückgang auf minus 3,0. Der Index für die aktuelle Lage gab auf 80,2 Zähler von 88,2 nach.

Die Experten befürchten dem ZEW zufolge, dass die Krise am amerikanischen Immobilienmarkt auf die deutsche Wirtschaft durchschlägt. ZEW-Präsident Wolfgang Franz sieht dagegen nur begrenzte Folgen. „Mögliche Rückwirkungen auf die deutsche Konjunktur werden sich nach derzeitigen Kenntnissen in engen Grenzen halten“, sagte Franz. Eventuelle Kreditengpässe fielen in ein Umfeld sehr guter Unternehmensbilanzen. Allerdings könnten die Exporte von einer schwächeren Kaufkraft der US-Konsumenten beeinträchtigt werden.

Die Krise am US-Hypothekenmarkt hat in den vergangenen Wochen massive Kurseinbrüche an den Börsen ausgelöst. Weltweit hatten Zentralbanken den Geschäftsbanken vorübergehend Kredite von Hunderten Milliarden Euro eingeräumt, um einen starken Anstieg der kurzfristigen Zinsen zu verhindern.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verminderten sich im August ebenfalls. Der Euro-Indikator sank um 13,3 Punkte gegenüber dem Vormonat auf minus 6,1 Punkten. An der Umfrage im Rahmen des ZEW-Finanzmarkttests hatten sich 291 Analysten und institutionelle Anleger beteiligt. Sie wurden nach ihren mittelfristigen Erwartungen bezüglich der Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung befragt.

Die Märkte in Frankfurt ignorierten die Zahlen zunächst. Nach der ZEW-Veröffentlichung legte der Dax wieder leicht zu.

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