Konjunkturerwartungen
Stimmung bei Firmen im Euroraum steigt

In den Ländern der Eurozone mehren sich die Anzeichen, dass die Talfahrt der Wirtschaft lngsam zu Ende geht. Nach der monatlichen Umfrage des Statistikamts Eurostat hat sich die Stimmung von Verbrauchern und Unternehmen im Juli erneut aufgehellt.

HB BRÜSSEL. Das teilte die EU-Kommission am Donnerstag zu ihrer monatlichen Umfrage mit. Das Barometer für das Wirtschaftsklima in den 16 Euro-Staaten stieg dadurch um 2,8 auf 76,0 Punkte - das ist der höchste Stand seit November 2008. Trotz des vierten Anstiegs in Folge blieb das Niveau deutlich unter seinem historischen Mittelwert.

Bei den Verbrauchern hellte sich die Stimmung dank sinkender Preise auf, die einen Zuwachs an Kaufkraft bescheren. Im Juni waren die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent niedriger als vor einem Jahr und fielen damit erstmals in der zehnjährigen Geschichte der Währungsunion. Für Juli wird sogar ein Rückgang von 0,4 Prozent erwartet.

Auch bei den Dienstleistern, im Einzelhandel, in der Finanzbranche und in der Industrie verbesserte sich das Klima. Letztere meldete erstmals seit mehr als einem Jahr wieder steigende Auftragsbestände. Lediglich die Baubranche machte den Aufwärtstrend nicht mit: Hier blieb die Lage unverändert. „Die Stimmung bessert sich auf breiter Front“, sagte Postbank-Experte Heinrich Bayer. „Dies spricht dafür, dass der konjunkturelle Tiefpunkt hinter uns liegen dürfte.“

Besonders deutlich stieg das Barometer in Spanien, Italien und Deutschland. In Frankreich und den Niederlanden ging es dagegen nur minimal nach oben.

Das Währungsgebiet steckt in einer schweren Rezession, durch die in den vergangenen zwölf Monaten 3,4 Millionen Menschen ihren Job verloren. Für 2009 erwartet die Europäische Zentralbank (EZB) einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes von 4,6 Prozent. „Die Wirtschaftsleistung dürfte bis ins nächste Jahr hinein nur allmählich Fahrt aufnehmen“, sagte Commerzbank-Experte Simon Junker.

Die EZB wird ihren Leitzins deshalb nach einhelliger Auffassung aller 75 von Reuters befragten Analysten bis Sommer 2010 auf dem Rekordtief von 1,0 Prozent belassen. Mit billigem Geld will sie Investitionen und Konsum anregen. Außerdem pumpen die Währungshüter durch den Ankauf von Pfandbriefen im Wert von bis zu 60 Milliarden Euro frisches Geld in den Wirtschaftskreislauf.

In das Barometer gehen das Industrievertrauen mit 40 Prozent und das Dienstleistungsvertrauen mit 30 Prozent ein. Das Verbrauchervertrauen steuert 20 Prozent bei. Das Bauwirtschafts- und das Einzelhandelsvertrauen werden zu jeweils fünf Prozent gewichtet.

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