Konjunkturerwartungen: ZEW-Index gibt Hoffnung für Wende

Konjunkturerwartungen
ZEW-Index gibt Hoffnung für Wende

Nach kräftigen Einbrüchen seit Sommer 2011 hat sich der ZEW-Index im Januar überraschend stark verbessert. Dies liegt aus Sicht von ZEW-Chef Franz vor allem an der Politik der Europäischen Zentralbank.
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Berlin/MannheimDie Konjunkturerwartungen von Anlegern und Analysten haben sich im Januar drastisch verbessert. Das ZEW-Barometer kletterte um 32,2 auf minus 21,6 Punkte, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mit. Einen so starken Anstieg hat es seit Beginn der Umfrage 1991 noch nie gegeben. Damit erreichte der Indikator den höchsten Wert seit Juli 2011, liegt aber immer noch unter dem historischen Mittelwert von plus 24,5 Punkten. Dies deute darauf hin, „dass Deutschland in den nächsten sechs Monaten kein weiterer konjunktureller Abstieg, sondern eine Stabilisierung der Konjunktur auf dem derzeitigen Niveau bevorsteht“, erklärte das ZEW.

Die Experten schätzten auch die aktuelle Lage etwas besser ein als zuletzt: Dieser Indikator stieg um 1,6 auf 28,4 Punkte.

„Die Einschätzung der Finanzmarktexperten gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus, dass es sich entgegen wiederholt vorgebrachten Warnungen vor einer Rezession lediglich um eine Konjunkturdelle handelt“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der Umfrage unter rund 300 Finanzmarktexperten. Auch Andreas Rees von der Großbank Unicredit äußerte sich optimistisch: „Immer mehr Experten gehen von einer weichen Landung der deutschen Wirtschaft aus. Ihre Schwächephase dürfte nur kurz sein“, sagte Rees. Wenn nächste Woche auch die Ifo-Geschäftserwartungen zum dritten Mal in Folge stiegen, dürfte die Talsohle bereits durchschritten sein, fügte Rees hinzu. „Spätestens ab Sommer dürfte es dann wieder
aufwärts gehen.“

ZEW-Präsident Frantz führte die gute Stimmung auf die Geldspritze der Europäischen Zentralbank zurück, die die Banken mit fast 500 Milliarden Euro zu niedrigen Zinsen versorgt hatte. Andreas Scheuerle von der Dekabank teilt diese Einschätzung. „Der Supertender der EZB hat nicht nur bei den Banken und am Markt für Staatsanleihen Wirkung gezeigt, sondern auch bei der Stimmung der Finanzmarktanalysten“, sagte Scheuerle. „Die Sorge an den Finanzmärkten lässt nach den erfolgreichen Anleiheauktionen in Spanien und Italien nach“, kommentierte Unicredit-Chefvolkswirt Rees. „Das spricht für eine Entlastung an der Schuldenfront.“

Trotzdem warnen die Ökonomen vor übertriebenem Optimismus. Die Entwicklung der Schuldenkrise stelle nach wie vor ein Risiko dar“, sagte Franz. Auch Andreas Scheuerle sieht in den Schuldenkrise das größte Konjunkturrisiko: „Aus den ZEW-Konjunkturerwartungen lässt sich zwar kein Rückschluss auf die Stärke des Wachstums ziehen, doch sie sind in der Regel ein guter Hinweis auf konjunkturelle Wendepunkte, sagte er. „Demnach wäre mit einer gewissen Verzögerung ein Ende der konjunkturellen Schwächephase in Deutschland zu erwarten – vorausgesetzt, die Schuldenkrise spielt mit.“

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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