Konjunkturexperten
„Der Höhepunkt ist vorbei“

Der deutsche Aufschwung verliert an Tempo. Immer mehr Konjunkturexperten erwarten eine leichte Eintrübung. Von einer „Normalisierung der zuvor euphorischen Erwartungen“ ist die Rede. Sollten die Zinsen, der Euro-Kurs und der Ölpreis allerdings weiter steigen, drohe bald Schlimmeres.

HB BERLIN. Am Dienstag zeigte das Konjunkturbarometer des ZEW-Instituts eine überraschend starke Eintrübung der konjunkturellen Entwicklung an. „Die Konjunkturerwartungen zeigen an, dass die deutsche Wirtschaft mit einer etwas nachlassenden Dynamik in das Jahr 2008 starten wird“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz zu der monatlichen Umfrage unter rund 300 Finanzmarktprofis.

Diese Entwicklung erwarten auch weitere Experten. „Der Aufschwung hat nicht mehr die Dynamik wie 2006“, sagte der Konjunkturchef des Münchner Ifo-Instituts, Gebhard Flaig, der „Berliner Zeitung“. Er glaube nicht, dass sich die Wachstumsraten noch einmal verbessern würden. Der Höhepunkt sei vorbei.

Auch der Konjunkturexperte des Hamburger HWWI-Instituts, Jörg Hinze, sagte, er erwarte „eine gewisse Abflachung der konjunkturellen Entwicklung“, wobei es sich aber lediglich um eine Normalisierung der zuvor euphorischen Erwartungen handele. Sollten die Zinsen, der Euro-Kurs und der Ölpreis allerdings weiter steigen, müsse mit einer stärkeren Eintrübung gerechnet werden.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin geht ebenfalls von einem leichten Abschwung aus, wie der stellvertretende Konjunkturchef Christian Dreger der Zeitung sagte. Grund sei vor allem die Bauwirtschaft, die auf Grund der Mehrwertsteuererhöhung schwächer als 2006 laufe. Allerdings seien die Wachstumsraten derzeit sehr hoch, weshalb das langsamere Tempo noch nicht beunruhigend sei, wird Dreger zitiert.

Laut DIW-Konjunkturchef Alfred Steinherr geht das Institut davon aus, dass die deutsche Wirtschaft noch mindestens bis 2010 um jährlich etwa zwei Prozent wachsen wird. „Für 2008 erwarten wir mindestens zwei Prozent Wachstum, dieses Niveau können wir auch noch zwei oder drei weitere Jahre halten“, sagte Steinherr der „Thüringer Allgemeinen“. Das DIW werde seine gültige Wachstumsprognose für 2008 von 2,5 Prozent vorerst nicht nach unten korrigieren.

„Zwei Prozent ist das unterste Niveau, das wir erwarten. 2,5 Prozent bleiben aber weiter sehr wahrscheinlich“, sagte Steinherr. Das DIW gibt in der kommenden Woche offiziell seine neue Konjunkturprognose bekannt.

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