Konjunkturflaute überwunden
Ifo-Institut sieht Aufschwung

Die Wachstumsprognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute für Deutschland im Jahr 2006 werden immer optimistischer. Das Münchener Ifo-Institut schraubte seine Voraussage gestern auf 1,7 Prozent nach oben – im Juni hatte es 1,2 Prozent reales Wachstum erwartet.

ari HB DÜSSELDORF. „Die Konjunktur zieht nun tatsächlich an. Nach fünf Jahren gibt es klare Signale, dass die konjunkturelle Flaute überwunden ist“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Auch aus der Bundesregierung kamen gestern erstmals Signale, dass sie ihre Wachstumsprojektion von bisher 1,2 Prozent im kommenden Jahr nach oben korrigieren wird. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) rechnet nach eigenen Angaben mit einer Erhöhung der Regierungsprognose, nannte aber keine genaue Zahl. „Ich will dem Jahreswirtschaftsbericht nicht vorgreifen“, sagte Glos. Der Jahreswirtschaftsbericht wird am 25. Januar vorgelegt. Die wirtschaftliche Erholung habe sich „zweifelsohne insgesamt gefestigt“, sagte der Minister.

Das Wirtschaftsministerium betonte in seinem gestern vorgelegten Monatsbericht jedoch, dass die Erholung noch nicht nachhaltig genug sei, um eine Wende am Arbeitsmarkt zu bewirken. Die Bundesbank hingegen spricht in ihrem Dezember-Monatsbericht von einem kleinen Lichtblick: Der Personalabbau in der Industrie scheine zum Stillstand gekommen zu sein und habe sich in der Bauwirtschaft „erkennbar“ verlangsamt. Das Ifo-Institut rechnet 2006 zwar mit einem Anstieg der Erwerbstätigenzahl um rund 200 000, bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung aber nur mit einem Plus von 50 000. Die strukturellen Arbeitsmarktbedingungen wirkten weiterhin als „Bremsklotz“, monierte das Institut.

Die Wachstumserwartung der Münchener Ökonomen ist gleichwohl etwas zuversichtlicher als die des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, das 2006 inzwischen mit 1,5 Prozent Wachstum rechnet, und des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung, das 1,6 Prozent erwartet. In ihrem gemeinsamen Herbstgutachten hatten die sechs führenden Institute im Oktober 1,2 Prozent vorausgesagt, der Sachverständigenrat kam im November sogar nur auf ein Prozent. Das Hamburgische Welt-Wirtschafts-Archiv und das Institut für Wirtschaftsforschung Halle werden am Mittwoch ihre Winterprognosen vorlegen, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin komplettiert die Reihe Anfang Januar.

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