Konjunkturindex der Einkaufsmanager
US-Industrie schwächelt weniger als erwartet

Hoffnungsschimmer für die größte Volkswirtschaft der Welt: Der Abschwung in der US-Industrie hat im Monat März leicht an Tempo verloren. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg stärker als Fachleute erwartet hatten. Vom Arbeitsmarkt hingegen kamen erneut düstere Nachrichten.

rtr NEW YORK. Der Abschwung der US-Industrie hat im März etwas an Tempo verloren. Einige Experten werteten dies als Hoffnungsschimmer, dass sich die weltgrößte Volkswirtschaft allmählich stabilisieren könnte. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager stieg auf 36,3 von 35,8 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management am Mittwoch mitteilte. Fachleute hatten im Schnitt nur mit 36,0 Punkten gerechnet. "Mit diesem Bericht keimt die Hoffnung, dass der Indikator tatsächlich eine Wende schaffen und somit allmählich eine langersehnte Stabilisierung der Konjunktur einsetzen könnte", sagte Fabienne Riefer von der Postbank. Vom Arbeitsmarkt hingegen kamen erneut düstere Nachrichten.

Trotz des dritten Anstiegs im Monat liegt der Industrie-Indikator noch auf Rezessions-Niveau und weit von der 50-Punkte-Marke entfernt, ab der er Wachstum signalisiert. "Die Dinge werden noch nicht besser, aber es sieht so aus, als ob sie auch nicht schlechter werden", sagte Analyst Jack Bauer von Manning&Napter. Das Barometer für die Neuaufträge stieg stark auf 41,2 von 33,1 Punkten. Der Beschäftigungsindex kletterte auf 28,1 von 26,1 Zählern im Februar. Der Teilindex für die Kosten legte auf 31,0 von 29,0 Zählern zu.

Der Stellenabbau in den USA beschleunigte sich im März derweil unerwartet. Die Zahl der Jobs in der Privatwirtschaft sank um 742 000, wie aus einer Umfrage der privaten Arbeitsagentur ADP hervorging. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Datenerhebung 2001. Analysten hatten lediglich mit einem Minus von 655 000 gerechnet und sprachen von katastrophalen Zahlen. "Es zeigt, dass der Arbeitsmarkt weiter sehr fragil ist und dass die Aussichten trostlos sind", sagte Samarjit Shankar von der Bank of New York Mellon.

Im Februar fiel die Bilanz zudem etwas schlechter aus als zunächst ermittelt. Die Zahl der abgebauten Stellen wurde auf 706 000 revidiert, nachdem zunächst von 697 000 die Rede war. Die Daten werfen einen dunklen Schatten auf die offiziellen Arbeitsmarkt-Zahlen voraus, die am Freitag veröffentlicht werden. Fachleute gingen bisher davon aus, dass im März rund 650 000 Jobs in den USA verloren gingen. Nach der ADP-Umfrage dürfte der Pessimismus zunehmen.

Die Bauausgaben in den USA entwickelten sich im Februar positiver als erwartet. Das US-Handelsministerium vermeldete zwar ein Minus zum Vormonat von 0,9 Prozent. Analysten hatten sogar mit einem Rückgang von 1,8 Prozent gerechnet. Die Ausgaben der privaten Häuslebauer sanken um 4,3 Prozent.

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