Konjunkturprognose
IWF erwartet trotz Schuldenkrise Wachstumsschub für Europa

Wie wirkt sich die Schuldenkrise auf die Konjunktur aus? Nach Einschätzung des IWF wird es im Euro-Raum trotzdem mehr Wachstum geben. Für die Weltwirtschaft hingegen sehen die Prognosen etwas schlechter aus.
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WashingtonTrotz der Schuldenkrise in Griechenland, Irland und Portugal erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) für die 17 Staaten des Euro-Raums in diesem Jahr ein stärkeres Wachstum. In seinem jüngsten Bericht hob der IWF am Freitag in Washington seine Prognose von 1,6 Prozent im April auf 2,0 Prozent an. Getragen werde das Wachstum von höheren Investitionen in Deutschland und Frankreich.

Gleichwohl stellt vor allem die massive Staatsverschuldung Griechenlands nach IWF-Einschätzung über Europa hinaus eine Gefahr für die Weltwirtschaft dar. Investoren seien zunehmend darüber in Sorge, dass die griechische Regierung die notwendigen Maßnahmen zur Abwendung eines Staatsbankrotts nicht durchsetzen könne.

Für Deutschland erwartet der IWF nach einem Wachstum von 3,5 Prozent im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 3,2 Prozent in diesem Jahr. Im kommenden Jahr werde mit einem Wachstum von 2,0 gerechnet.

Frankreich werde nach 1,4 Prozent 2010 in diesem Jahr ein Wachstum von 2,1 und 2012 von 1,9 Prozent erreichen. Spanien werde nach -0,1 Prozent im vergangenen Jahr dieses Jahr mit 0,8 Prozent wieder ins Plus drehen und 2012 auf ein Wachstum von 1,6 Prozent kommen können, hieß es weiter.

Nach Einschätzung des IWF stellt die griechische Schuldenkrise über Europa hinaus dennoch eine Gefahr für die Weltwirtschaft dar. In seiner Finanzprognose erklärte der IWF, Investoren seien zunehmend darüber in Sorge, dass die griechische Regierung die notwendigen Maßnahmen zur Abwendung eines Staatsbankrotts nicht durchsetzen könne.

Die Weltwirtschaft werde in diesem Jahr mit voraussichtlich 4,3 Prozent etwas weniger als noch im April geschätzt wachsen. Damals war noch ein Wachstum von 4,4 Prozent erwartet worden. Das Wachstum könne wegen der gewaltigen Staatsdefizite in den USA und Japan und den damit verbundenen Problemen noch geringer ausfallen. Für die USA prognostizierte der IWF ein Wachstum von 2,5 Prozent in diesem Jahr, das sind 0,3 Prozent weniger als in seinem Ausblick im April.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Konjunkturprognose: IWF erwartet trotz Schuldenkrise Wachstumsschub für Europa"

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  • @Moika, ich kann es nicht verstehen, dass man bei der BRD-Wirtschaft so unkritisch agieren kann wie Sie.
    Schauen wir uns einmal an, fuer was die BRD-Wirtschaft so steht:

    1.Einwanderung:
    Man setzt auf Masseneinwanderung auch voellig ungebildeter Menschen aus dem nahen Osten, um ein voelliges Ueberangebot an Arbeitskraeften zu haben, um die Loehne ins Bodenlose druecken zu koennen und das Hartz4 System zu Fall zu bringen

    2.Arbeitsbedingungen:
    Sie haben sich fuer den Grossteil der Menschen derart verschlechtert, dass die Anzahl psychischer Krankheiten exorbitant angestiegen ist.
    Die Realloehne sinken trotz des Groewaz (Groesster Aufschwung aller zeiten..) weiter.

    3.Kinderfeindlichkeit
    Deutsche Unternehmer haben den drastischen geburtenrueckgang bei Deutschen massgeblich beeinflusst.
    Die Kinderfeindlichkeit, mit der "deutsche" Unternehmer durch ihr Tun und Handeln extrahieren, ist atemberaubend.
    Was ich neulich ueber einen Unternehmer las, ist sinnbildlich:
    "Sie wollen wegen Ihres kranken Kindes zuhause bleiben, Mann, Sie haetten abtreiben sollen,!!"
    Die Unternehmer drueckte es besonders krass aus, denken tuen so die meisten, und das IST so.

    Nein, lieber Moika; Sie irren sich.
    Ein Crash der BRD-Wirtschaft waere eine Erloesung Europas von der dritten deutschen Diktatur. Genau so, wie solch ein Ereignis den Deutschen eine aehnliche Befreiung braechte wie jene vor mehreren jahrzehnten.

    Wie 1945 koennten sie dann befreit zu einem ECHTEN Wirtschaftswunder ansetzen (mit verantwortungsvollem Personal), dass den Deutschen helfen und Europa nicht schaden wuerde.

  • @Moika

    "Nur weil die Gewerkschaften im Ausland in den letzen 15 Jahren statt mit Augenmaß maßlos agierten, sollen wir unsere durch teilweisen Verzicht "erkämpften" Vorteile hergeben? Manche Sprüche, wie der Flassbeck'sche eben, sind einfach hirnverbrannt.
    "

    Nicht WIR (bzw Ihr, ich habe keinerlei Vermoegen mehr in der BRD noch muss ich gluecklicherweise dort noch je arbeiten), sondern ein kleiner Zirkel von Claqueuren, Wirtschaftsbossen und Politikern,
    Das Volk hat verzichtet. liess sich kasteien und in immer widrigere, menschenunwuerdige Arbeitsverhaeltnisse pressen.
    Der "Verzicht" kommt also absolut den Falschen zugute.
    Wie waers mit nur 1.8% Wirtschaftswachstum, aber einem grosszuegigeren Lohn, besseren Arbeitsbedingungen und damit motivierteren Arbeitnehmern?
    In der BRD zu arbeiten empfinden die meisten Menschen mittlerweile als etwas negatives, und nur 10% koennen sich noch mit ihrem Arbeitgeber identifizieren.
    Hier in Canada gibts seit jahren kraeftigere Lohnzuwaechse sowie fast 11$ Mindestlohn; trotzdem waechst die Wirtschaft angemessen.

    "Und was heißt denn bei Ihnen finanzieller Abgrund? Daß einem drei Personen Haushalt nur noch einer statt zwei Wagen zur Verfügung stehen? Oder daß es statt bis nach Bali nur bis zu den Kanaren reicht? Ein schöner Abgrund, das muß ich schon sagen."
    Wo leben Sie??
    Es geht in der BRD fuer immer mehr Bewohner nicht um Bali oder das zweite Auto, sondern ums ueberleben,der europaweit groesste Niedriglohnsektor mit ueblen Arbeitsbedingungen laesst da keinen Raum mehr.

    Ich erzaehlte Ihnen doch von wirklich auffallend vielen Menschen, die durch den "Aufschwung" viel mehr verloren, als in jedem Abschwung.
    Ein Anwalt schrieb neulich an andeem orte, es sei erschreckend, wsas der "Aufschwung" mit den Menschen mache.

    In Kanada gibt es keinen Kuendigungsschutz, in der BRD iost er leicht auszuhebeln.
    Kein Grund fuer Unternehmer, zu jammern.

  • @ Toronto

    Nur weil die Gewerkschaften im Ausland in den letzen 15 Jahren statt mit Augenmaß maßlos agierten, sollen wir unsere durch teilweisen Verzicht "erkämpften" Vorteile hergeben? Manche Sprüche, wie der Flassbeck'sche eben, sind einfach hirnverbrannt.

    Und machen wir uns doch nichts vor: Es hat immer gut und schlechter bezahlte Arbeitsplätze gegeben, daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Meistens ist das auch ein Problem bestehender oder mangelnder Qualifikationen. Als Hilfsarbeiter kann ich eben nicht die Ansprüche des Facharbeiters stellen. Sicher, viele Unternehmer holen sich ihre Fachkräfte heute über Leiharbeitsunternehmen. Aber warum zahlen die Firmen lieber 150 Prozent und mehr an die Personalfirmen, die ihre Angestellten schlechter bezahlen? Weil eine entsprechende Flexibilitäten durch das Arbeitsrecht - sprich vor allen die Tarifverträge - fehlen. Das wissen auch die Gewerkschaften nur zu genau! Aber ändern die etwas daran? Nichts tun sie, schimpfen lieber auf die Unternehmer. Entschuldigung, aber vor so viel Schwachsinn kann man nur noch kapitulieren.

    Bei uns geht wirklich nichts vor die Hunde. Nur wenn die Ansprüche der Menschen schneller steigen als die Einkommen, haben diese ein Problem - aber mehr mit sich selbst.

    Toronto (Kanada) kenne ich leider nicht, hatte dafür aber vier Jahre in Chicago zu tun und konnte von dort aus wunderbar die Staaten bereisen.

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