Konjunkturprognosen
Kräftiger Aufschwung lässt auf sich warten

Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland im nächsten Jahr leicht erhöht. Die Wirtschaft nimmt nach Einschätzung des IfW aber nur langsam Fahrt auf. Das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) spricht von einem "trügerischen" Plus von zwei Prozent.
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BERLIN/HALLE. Die Konjunktur in Deutschland nimmt nach Einschätzung des Kieler IfW nur langsam Fahrt auf. Die Wirtschaftsleistung dürfte im kommenden Jahr um 1,2 Prozent zulegen, teilte das Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Mittwoch mit. "Bis ein kräftiger Aufschwung einsetzt, wird jedoch noch Zeit vergehen", erklärten die Forscher. Für das laufende Winterhalbjahr sei sogar mit einem neuerlichen Dämpfer zu rechnen.

Im Verlauf des kommenden Jahres würden sich die Aussichten dagegen zusehends aufhellen. 2011 erwarten die Forscher sogar wieder Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von zwei Prozent. Sie sind damit optimistischer als ihre Kollegen beim Münchner Ifo-Institut, die 2011 nur ein Wachstum von 1,2 Prozent erwarten. Vor allem die Konsumausgaben dürften in den kommenden Jahren spürbar anziehen, begründeten die Kieler Forscher ihren Optimismus, gestützt von den Steuererleichterungen für Arbeitnehmer. Zudem dürften die Investitionen wieder anziehen. "Alles in allem wird die Inlandsnachfrage im Prognosezeitraum voraussichtlich stärker expandieren als im übrigen Euroraum", sagten die Experten voraus. Dennoch dürfte die Arbeitslosigkeit kräftig steigen. Für das kommende Jahr erwarten die Experten gut 3,8 Mio. Arbeitslose, 2011 dürften es sogar mehr als 3,9 Mio. werden.

Der Preisanstieg dürfte angesichts der weiter niedrigen Kapazitätsauslastung gedämpft ausfallen, die Inflationsrate werde auch 2011 unter der Zielmarke von knapp zwei Prozent bleiben, bei der die Europäische Zentralbank Preisstabilität gewährleistet sieht. Die EZB werde daher ihren Leitzins noch bis ins Jahr 2011 hinein auf dem Rekordtief von einem Prozent belassen. Allerdings dürfte die Liquiditätsversorgung schrittweise eingeschränkt werden. An diesem Mittwoch vergibt die EZB zum letzten Mal Zentralbankgeld für ein Jahr.

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