Konjunkturschock
Deutschlands Wachstum bricht ein

Für Deutschlands Konjunktur sieht es düster aus: Der IWF senkt den Wirtschaftsausblick deutlich. Das Wachstum in der Bundesrepublik hinkt deutlich hinterher. Deutschland sollte dringend mehr investieren, so der Rat.
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Washington/BerlinDeutschland und die gesamte Euro-Zone verlieren nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) konjunkturell zunehmend an Fahrt. Der IWF senkte am Dienstag im neuen Weltwirtschafsausblick seine Prognose für die globale Konjunktur zwar nur leicht auf 3,3 Prozent in diesem und 3,8 Prozent im nächsten Jahr.

Seine Schätzung für Deutschland fällt aber erheblich skeptischer aus als bisher. Der Fonds rechnet hierzulande nur noch mit einem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von 1,4 Prozent und im nächsten Jahr von 1,5 Prozent – das ist für 2014 eine Absenkung um einen halben Prozentpunkt und für 2015 um 0,2 Prozentpunkte. Insgesamt klafft die weltwirtschaftliche Entwicklung nach Analysen des IWF immer weiter auseinander.

„Trotz Rückschlägen setzt sich die ungleichmäßige Erholung der Weltwirtschaft fort“, ziehen der IWF und sein Chefökonom Olivier Blanchard unter dem Strich dennoch ein positives Fazit. „Die Abwärtsrisiken haben zugenommen“, warnte die Organisation. Dazu zählten insbesondere die geopolitischen Risiken wie der Konflikt um die Ukraine. Zudem sieht der Fonds gerade im Euro-Raum Gefahren einer Stagnation.

Deshalb sollte weltweit mehr für die Steigerung der Wachstumskräfte getan werden. Mit Blick auf Länder wie Deutschland rät der Fond zudem zu höheren staatlichen Infrastruktur-Investitionen, auch auf Pump. Zudem warnt der IWF davor, zu schnell von der lockeren Geldpolitik in den Industriestaaten Abschied zu nehmen. Darüber hinaus sieht er weiter Risiken eines Preisverfalls auf breiter Front in Europa.

Das bewertet die Bundesregierung anders. „Wir teilen die Sorge vor Deflation nicht“, sagte ein Regierungsvertreter. Er verwies zudem darauf, dass der Fonds angesichts der extrem lockeren Geldpolitik die Gefahr von Preisblasen an einzelnen Vermögensmärkten sehe und dazu Anzeichen für wachsende Risikobereitschaft und Selbstgefälligkeit in der Finanzwelt.

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USA auf der Sonnenseite, Europa im Schatten

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  • Lächerliche Rabulistik die am Kern meiner Aussage nicht nur vorbeigeht, sd. auch noch in der Sache nicht stimmt:

    "Aufgrund der abnehmenden Dynamik in Europa und einigen Schwellenländern (Russland, Brasilien, Südafrika) hat der IWF gestern seine globalen Wachstumsprognosen teils scharf reduziert. Auch für Deutschland wird ein deutlich schwächeres Wachstum als bisher prognostiziert. Mit 1,4 Prozent in 2014 soll das Wachstum nicht wirklich in Fahrt kommen, auch 2015 sieht der IWF mit +1,5 nur ein unwesentlich dynamischeres Wachstum voraus.

    Nicht nur dass die IWF-Experten Europa kritischer als bisher beurteilen, die Auswirkungen der geopolitischen Spannungen wirkt sich aufgrund der starken wirtschaftlichen Verflechtungen Europas und hier besonders Deutschlands, Österreichs und der Niederlande besonders drastisch aus. In den Julizahlen waren noch nicht alle Sanktionen enthalten, im August waren es dagegen schon eine Vielzahl, im September werden die Spuren sich noch stärker bemerkbar machen."

    Folker Hellmeyer, 8.10.14

  • @Volkerts
    So blödsinnig hat auch das Politbüro im Osten 1989 schwadroniert! Sie sind Wegbereiter der EUSSR! Ihr Denken ist schon totalitär - und sie merken es nicht!

  • @ Reiner Vogels

    BINGO !!

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