Konjunkturwachstum
HWWI rechnet für 2009 mit Überwindung der Konjunkturflaute

Deutschland könnte seine Konjunkturflaute nach Ansicht des HWWI-Instituts im nächsten Jahr überwinden. Grund dafür sei, dass der Abschwung in den USA nicht so schwach verlaufe wie anfangs befürchtet, erklärte das Hamburgische Weltwirtschafts-Institut (HWWI) am Dienstag. Auch der Arbeitsmarkt soll vom Aufschwung profitieren.

BERLIN. Die konjunkturellen Aussichten Deutschlands für das kommende Jahr haben sich aus Sicht des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) aufgehellt, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Konjunkturbericht hervorgeht. Die US-Konjunktur habe sich weniger abgeschwächt als befürchtet und mit einem Abklingen der Finanzkrise dürfte sie sich "allmählich erholen". Für die Öl- und Rohstoffpreise zeichne sich ein weiterer leichter Rückgang ab. Das dämpfe die Kosten und erhöhe die verfügbaren Realeinkommen.

Der Export dürfte von der Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar seit Mitte 2008 profitieren. Das HWWI prognostiziert für das laufende Jahr einen Anstieg der deutschen Exporte um 4,9% und im kommenden Jahr um 3,5%. "Insgesamt dürfte die deutsche Konjunktur unter diesen Bedingungen im Laufe von 2009 wieder an Dynamik gewinnen, wegen des niedrigen Ausgangsniveaus wird das reale Bruttoinlandsprodukt im Jahresdurchschnitt aber lediglich um 1% höher sein", schreiben die HWWI-Experten. Damit haben die Hamburger Forscher ihre Prognose vom Juni nur leicht um 0,1 Prozentpunkte abwärts revidiert.

Für das laufende Jahr hat das Institut seine Wachstumsprognose auf 1,9% von bisher erwarteten 2,2% gesenkt. Seit dem Frühjahr sei eine spürbare Konjunkturabkühlung im Gange. Die starke Teuerung habe die reale Kaufkraft trotz weiter zunehmender Beschäftigung und höherer Lohnabschlüsse großteils aufgezehrt, zudem hätten die Verbraucher mehr gespart. Der private Konsum sei daher erheblich gesunken und dürfte 2008 um 0,2% zurückgehen, im kommenden Jahr hingegen um 0,9% zulegen.

Auch bei den Investitionen wirkten sich sichtlich die dämpfenden Einflüsse aus. Bei den Öl- und anderen Rohstoffpreisen wie auch beim Euro-Dollar-Kurs sei zwar eine Wende eingetreten. Der vorangegangene kräftige Anstieg werde laut HWWI aber noch eine Zeit lang nachwirken. "Die gesamtwirtschaftliche Produktion dürfte daher im laufenden Quartal etwa stagnieren und im Schlussquartal allenfalls wenig zunehmen", erwarten die Hamburger Konjunkturexperten.

Der Anstieg der Beschäftigung dürfte nicht nur konjunkturell bedingt auslaufen. Auch von Seiten der Arbeitskosten entstünde angesichts spürbar erhöhter Lohnabschlüsse bei schwacher Produktivitätsentwicklung wieder Rationalisierungsbedarf. Die Zahl der Arbeitslosen wird laut HWWI im Jahresdurchschnitt 2008 bei 3,27 Millionen Personen und 2009 bei 3,14 Millionen Personen liegen. Die Teuerung dürfte mit der Wende bei den Öl- und Rohstoffpreisen wieder nachlassen. Der gestiegene Kostendruck werde den Rückgang der Inflationsrate aber bremsen. Das HWWI rechnet mit einem Anstieg der Verbraucherpreise um 2,9% im laufenden und um 2,3% im kommenden Jahr.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%